Einzelhändler setzen weniger um
Verbraucher spüren noch keine Erholung der Wirtschaft

Von der Erholung der Wirtschaft in Deutschland spüren die Verbraucher kaum etwas. Zwar hat sich einer Umfrage zufolge die Stimmung der Verbraucher von Rückschlägen wie der Praxisgebühr erholt, bleibt aber insgesamt gedrückt.

HB BERLIN. Dagegen erfasst der weltweite Aufschwung die Industrie immer deutlicher. Auch wenn die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragten Bürger so zuversichtlich für ihre zukünftigen Einkommen sind wie seit anderthalb Jahren nicht mehr, ist ihre Kauflaune noch nicht zurückgekehrt. Die hohe Arbeitslosigkeit und die Unsicherheit über Reformen drücken auf die Stimmung. „Beim Verbrauchervertrauen werden wir so schnell keine großen Fortschritte machen“, sagte Volkswirt Uwe Angenendt von der ING BHF-Bank zu der am Mittwoch veröffentlichten GfK-Umfrage.

Damit bleiben bessere Geschäfte für die von der Konsumlaune der Bürger abhängigen Hoteliers und Gastwirte vorerst Hoffnung. Dagegen freuen sich die deutschen Maschinenbauer über die Ankunft des Aufschwungs im Auslandsgeschäft.

Der GfK-Konsumklima-Indikator legte auf 5,2 von 5,0 Punkten zu. „Der private Konsum wird demnach in diesem Jahr kaum zum wirtschaftlichen Wachstum in der Bundesrepublik beitragen können“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Auch Volkswirt Stefan Mütze von der Helaba erwartet nur eine ganz allmähliche Stimmungsverbesserung: „Es wird aber sicherlich noch lange dauern, bis die Verbraucher wieder richtig Mut fassen.“ Auch die Wirtschaftsforschungsinstitute hatten am Dienstag die Zurückhaltung der Verbraucher als Bremsklotz für die Erholung ausgemacht, die mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent in diesem Jahr nach ihrer Prognose schwach ausfallen dürfte. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hält weiter ein kräftigeres Wachstum für möglich.

Immerhin blicken die Deutschen der GfK zufolge derzeit wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft. Ihre künftigen Einkommen sehen sie sogar so optimistisch wie seit September 2002 nicht mehr, auch in die wirtschaftliche Erholung fassen sie wieder etwas Vertrauen. Allerdings sei der Aufwärtstrend noch nicht stabil, erklärte Bürkl. Die Diskussionen um weitere Be- und Entlastungen durch Reformen hätten die Bürger tief verunsichert. Trotz abnehmendem Pessimismus blieben die Deutschen deshalb sparsam. Sie sind sogar noch weniger bereit, größere Anschaffungen wie Möbel oder Tiefkühltruhen zu kaufen.

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