Einzelhandelsumsatz
US-Einzelhandelumsätze fallen kräftig

Vorboten einer Rezession: Die US-Einzelhandelumsätze sind im September weitaus kräftiger gefallen als erwartet. Vor allem Autohändler bleiben auf ihrer Ware sitzen.

HB WASHINGTON. Wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte, sanken die Einzelhandelsumsätze gegenüber August um 1,2 Prozent auf saisonbereinigt 375 473 Mrd. Dollar. An den Märkten war lediglich ein Rückgang um 0,7 Prozent erwartet worden. Die Umsätze ohne den Automobil-Anteil verringerten um 0,6 Prozent und damit doppelt so stark als erwartet.

Der dritte monatliche Rückgang der Einzelhandelsumsätze in Folge war zudem der stärkste seit August 2005 (damals minus 1,4 Prozent). Er ergab sich vor allem vor dem Hintergrund eines seit Jahresbeginn währenden Abbaus der Beschäftigung und angesichts zunehmender Probleme bei der Kreditversorgung.

Nach Angaben des Handelsministerium verzeichnete im September vor allem der Handel mit Automobilen und Automobilteilen deutliche Absatzeinbußen, gegenüber August wurde hier ein Minus von 3,8 Prozent verzeichnet. Auch im Möbeleinzelhandel (minus 2,3 Prozent) und im Bekleidungseinzelhandel (minus 2,3 Prozent) gab es deutliche Umsatzrückgänge gegenüber dem Vormonat.

Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner sagte angesichts der schwachen Daten, diese verhießen nichts Gutes für das US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. „Selbst ein Schrumpfen der Wirtschaft ist nicht auszuschließen“, erklärte er. Roger Kubarych von UniCredit in New York sagte, die US-Wirtschaft sehe mehr und mehr nach Rezession aus. „Die Verbraucher leiden unter einem schwachen Einkommenswachstum und einer drastischen Reduzierung ihrer Nettovermögen, zudem haben sie Probleme beim Zugang zu Krediten“, meinte der Ökonom.

Rob Carnell von ING Bank sagte angesichts der Einzelhandelsschwäche, es gebe keinen Grund mehr für die Federal Reserve, bei ihrer Sitzung Ende des Monats auf eine weitere Zinssenkung zu verzichten. „Eine weitere Senkung um 50 Basispunkte scheint sicher zu sein“, erklärte Carnell. In der vergangenen Woche hatte die Fed bereits ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,5 Prozent reduziert.

Bestärkt wurde die Sorge um die Verfassung der US-Wirtschaft durch den kräftigen Rückgang des Empire State Index, der die allgemeine Geschäftstätigkeit des verarbeitenden Gewerbes im Distrikt New York misst. Der Index sank im Oktober auf minus 24,62 (September: minus 7,41) Punkte und erreichte damit ein Rekordtief.

Etwas Entlastung kam hingegen von der September-Entwicklung der Erzeugerpreise. Auf Jahressicht lagen diese vor dem Hintergrund der deutlich gefallenen Energiepreise um 8,7 Prozent höher, nach plus 9,6 Prozent im August.

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