Ende Mai
„Blockupy“ will für einen Tag die EZB lahmlegen

Das kapitalismuskritische Bündnis Blockupy will aus Protest gegen die Sparpolitik in der Finanzkrise die Europäische Zentralbank (EZB) lahmlegen. Blockupy rief für den 31. Mai zu einer „massenhaften Blockade“ der EZB-Zentrale in Frankfurt auf.
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Frankfurt„Unser Ziel ist es, die EZB so effektiv wie möglich zu blockieren und ihren Alltag zu stören“, erklärte Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann. Die EZB symbolisiere nicht nur die europäische Krisenpolitik, sondern sei ein „unmittelbarer Akteur verheerender Kürzungsprogramme“. Die Blockade richte sich nicht gegen die Beschäftigten der EZB und in den Bankentürmen.

Die Polizei werde den Weg zur EZB freihalten, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Pfingstmontag. Es sei vertragliche Verpflichtung, dass die Mitarbeiter der Zentralbank ihren Arbeitsplatz erreichen könnten. Eine EZB-Sprecherin sagte, die Zentralbank werde die nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern zu gewährleisten und die Handlungsfähigkeit der EZB sicherzustellen.

Bereits vor einem Jahr hatte die „Blockupy“-Bewegung Zehntausende Menschen in Frankfurt gegen die Politik in der Euro-Schuldenkrise auf die Straße gebracht. In der Frankfurter Innenstadt kam es damals zu Verkehrsbehinderungen, weil einige Straßen wegen der Demonstration gesperrt wurden. Rund 40 Organisationen unterstützten die Proteste unter dem Motto „Blockupy“, darunter Occupy, Gewerkschaften und das globalisierungskritische Netzwerk Attac.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ende Mai: „Blockupy“ will für einen Tag die EZB lahmlegen"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Teile Ihre Wahrnehmung zumindest in Bezug auf netshadows Kommentare zu "AfD will DM nicht abschaffen". Manchmal ist weniger mehr...

  • Ja, die Videos sind schön gemacht und sprechen den Traum vieler Menschen von einer solidarischen Gesellschaft an. Andererseits will die Blockopy Bewegung die Troika abschaffen, die weitere Kreditexzesse verhindern soll, ohne zu sagen, wie sie die Probleme angehen will (jedenfalls habe ich auf der Hoempage http://blockupy-frankfurt.org/ nichts gefunden, außer dass sie stören wollen). Nur den Spiegel zu zertrümmern, der die häßlichen Probleme anzeigt, ist mir aber zu wenig.

    Wenn sie nur die Troika abschaffen und jeder dann soviel gedrucktes Geld von der EZB abrufen kann, wie er möchte, mag der infantile Traum vom Schlaraffenland, in dem es keine knappen Güter gibt, kurzzeitig erfüllt sein. Nur fürchte ich wird es ein böses Erwachen in einem noch primitiveren Kapitalismus als derzeit geben. Die Spanier selbst sagen ja im ersten Film, dass das billige EZB-Geld Mitschuld an der Immoblase in Spanien war. Auch Griechenland zeigt, wohin solche Knappheitsignoranz führt.

    Letztlich geht es darum, wie die u.a. durch eine unverantwortliche Geldpolitik der EZB und Kreditexzesse der Banken hervorgerufenen ungedeckten Eigentumsillusionen bereinigt und zukünftige Exzesse verhindert werden. Irgendjemand muss ja für den Wahnsinn bezahlen. Was solideres als von der AfD habe ich bisher dazu nicht gehört. Da wird versucht das Prinzip Haftung und Gewinn wieder zusammen zu führen und so den wirtschaftlichen Regelkreis zu heilen.

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