Energie und Weizenmehl teurer
Erzeugerpreisanstieg im Juli beschleunigt

Steigende Energiepreise haben im Juli die Erzeugerpreise in Deutschland leicht anziehen lassen. Die an die Hersteller gewerblicher Produkte gezahlten Preise stiegen im Vergleich zum Juni um 0,3 %, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Reuters WIESBADEN. In den vergangenen drei Monaten waren die Preise zum Vormonat jeweils gesunken, zuletzt im Juni um 0,1 %. Die Jahresteuerungsrate kletterte damit im Juli auf plus 1,9 von 1,3 %. „Die Verteuerung der Produkte ist allerdings wie in den Vormonaten ausschließlich auf höhere Energiepreise zurückzuführen“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Ohne Energie seien die Erzeugerpreise sogar leicht um 0,1 % zum Juni gesunken.

Die Erzeugerpreise stiegen insgesamt etwas schneller als erwartet. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit dem gleichen Niveau zum Vormonat gerechnet und zum Vorjahr lediglich mit einem Plus von 1,6 % gerechnet.

Für den Anstieg der Jahresteuerungsrate war nach Angaben der Statistiker ebenfalls die Energie verantwortlich, die sich zum Juli 2002 um knapp acht Prozent verteuerte. Besonders die Preise für Strom (plus 8,2 %) und Erdgas (plus 15 %) legten zu. Kraftstoffe waren 3,2 % teurer als vor Jahresfrist, während sich leichtes Heizöl um 2,1 % und Kohle um 4,4 % verbilligte. Ohne Energie wäre der Gesamtindex nach Angaben des Amtes nur um 0,3 % gestiegen.

Unter Herausrechnung der Energie zeigt sich nach Einschätzung Solveens, dass die schwache Konjunktur weiter auf das Preisniveau drückt. Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder Phasen rückläufiger Erzeugerpreise gegeben, ohne dass dies auf die Lebenshaltungskosten der Verbraucher durchgeschlagen und dort zu deflationären Tendenzen geführt habe. Für die Verbraucherpreise im August, die ab Ende dieser Woche erwartet werden, rechnet der Commerzbank-Volkswirt mit einem Rückgang von 0,1 % zum Juli und einem Anstieg von 1,0 % zum August 2002.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen nach Angaben der Statistiker vor allem die Preise für Weizenmehl (plus 10,3 %), Heizkörper für Zentralheizungen (plus 7,9 %), Roheisen und Stahl (plus 7,5 %) sowie für Etiketten aus Papier und Pappe (plus 7,0 %).

Weiter rückläufig waren dagegen die Preise für Zement und Frischbeton, die zum Juli 2002 um mehr als 16 % beziehungsweise knapp zehn Prozent abnahmen. Billiger waren auch die Preise für bestimmte Kunststoffe wie Polyethylen (minus 13,3 %) oder Polyvinylchlorid (minus 5,4 %), für Steinkohle und Steinkohlenbriketts (minus 9,4 %), für Zeitungsdruckpapier (minus 7,0 %) sowie für Edelmetalle (minus 7,6 %).

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