Energiepreise bremsen US-Dienstleister-Geschäfte
ISM-Index unerwartet stark gesunken

Im September ist der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor überraschend stark gesunkenen. Die Geschäfte waren wegen hoher Energiepreise und Sorgen über die Folgen des Hurrikans „Katrina“ so schwach wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

HB NEW YORK. Überraschend sackte der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) in den USA im vorigen Monat stärker als angenommen auf 53,3 von 65,0 Punkten im August ab, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Befragte Analysten hatten im Schnitt 61,0 Punkte erwartet. Mit einem Stand von über 50 Zählern signalisiert der Index weiter eine expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 % der US-Wirtschaft ausmacht. Zu der Branche zählen Firmen vom Friseur über das Gastgewerbe bis hin zu Fluggesellschaften. Experten rechneten jedoch nur mit einer kurzfristigen Abschwächung, der schon bald eine Erholung folgen dürfte. Der Dollar reagierte auf den Index mit Kursverlusten, die US-Börsen weiteten ihre Einbußen aus.

Wegen der schleppenderen Geschäfte verschlechterte sich auch die Arbeitsplatzsituation in der Branche. Der Beschäftigungs-Index fiel im September auf 54,9 von 59,6 Zählern. Zudem wurden neue Aufträge schleppender vergeben, was sich in einem Rückgang des entsprechenden Index auf 56,6 von 65,8 Punkten niederschlug. Dagegen schnellte der Index für die bezahlten Preise kräftig auf 81,4 von 67,1 Punkten empor. Das war der höchste Stand seit das ISM vor acht Jahren begonnen hat, den Index zu errechnen. Viele befragte Unternehmen zeigten sich besorgt wegen der Auswirkungen der hohen Öl- und Gaspreise auf ihre Geschäfte. Analysten sahen in der Entwicklung des Preis-Indexes eine Bestätigung für jüngste Warnungen der US-Notenbank (Fed) vor Inflationsrisiken.

So sagte Paresh Updhyaya von Putnam Investments: „Diese Zahl passt zu der Einschätzung der Fed, dass der Inflationsdruck in der Wirtschaft bleibt und sie die Straffung der Geldpolitik fortsetzen wird“. Omer Esiner von Ruesch International fügte hinzu:“ Die Zahlen reichen nicht aus, den in dieser Woche von der Fed gelieferten Ausblick zu ändern, wonach die Zinsen weiter steigen werden“. Mehrere Präsidenten regionaler Federal Reserve Banken hatten in dieser Woche weitere Anhebungen des Schlüsselzinses der Fed zur Eindämmung der Inflation signalisiert.

ISM-Experte Ralph Kauffman beurteilte die Situation der Branche ungeachtet der schwachen September-Daten recht optimistisch. Der Bericht spiegele weitgehend die Auswirkungen von „Katrina“ wider. Die Schwächephase sei vermutlich nur von kurzer Dauer. „Solange keine anderen Probleme auftreten, wie schwerwiegende Transportprobleme oder ernsthafte Auswirkungen der hohen Energiepreise erwarte ich eine ziemlich schnelle Erholung in den meisten Zweigen der Branche“, erklärte er in einer Stellungnahme zu dem Bericht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%