Energiepreise weiter auf hohem Niveau
Verbraucherpreise im März kaum gestiegen

Die Teuerung in Deutschland hat sich im März verlangsamt. Die deutschen Verbraucher mussten nur geringe Preissteigerungen verkraften. Das geht aus ersten Daten dreier Bundesländer hervor, die am Donnerstag vorgelegt wurden.

HB BERLIN. In Brandenburg und Sachsen stiegen die Kosten für die Lebenshaltung innerhalb eines Monats lediglich um 0,1 Prozent, in Bayern blieben sie sogar unverändert, wie die Statistischen Landesämter Donnerstag mitteilten. Die Vogelgrippe trieb damit nicht die Lebensmittelpreise in die Höhe, wie einige Experten befürchtet hatten. Die Inflation in Deutschland dürfte den Daten zufolge auf etwa 1,9 von 2,1 Prozent im Februar sinken. Damit dürften sich die Sorgen der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Preisentwicklung im Euro-Raum etwas mildern.

Das Statistische Bundesamt berechnet die vorläufige Inflationsrate für Deutschland auf Basis der Daten aus sechs Bundesländern und wird diese voraussichtlich am Freitag vorlegen. Experten hatten ursprünglich damit gerechnet, dass die Preise innerhalb eines Monats um 0,2 Prozent steigen und die Inflation damit auf 1,9 von 2,1 Prozent sinkt.

Preiserhöhungen registrierten die Statistiker vielerorts bei Bekleidung und Schuhen. „Trotz der immer noch winterlichen Temperaturen gingen die Sonderangebote für wärmere Bekleidung zurück und die neue Frühjahrskollektion kam mit durchschnittlich drei Prozent gestiegenen Preisen auf den Markt“, erläuterte das sächsische Statistikamt. Autofahrer mussten für eine Tankfüllung in Sachsen 1,4 Prozent mehr bezahlen, in Bayern 0,8 Prozent. Dagegen waren Urlaubsreisen wie im März üblich billiger zu haben. „Auch für Obst und Gemüse lagen die Preise mit 1,8 beziehungsweise 0,4 Prozent unter dem Vormonatsniveau“, erläuterte das Brandenburger Statistikamt.

Die sächsischen Statistiker führten den Rückgang der Jahresinflation vor allem auf die Preisentwicklung von Lebensmitteln und im Verkehr zurück - hier schwächte sich die Teuerung auf 1,5 von 2,4 Prozent beziehungsweise auf 3,6 von 4,7 Prozent ab. Matthias Rubisch von der Commerzbank sagte: „Bei den Nahrungsmitteln hatten wir wegen der kalten Temperaturen und der Vogelgrippe mit größeren Preissteigerungen gerechnet - aber da ist gar nichts zu sehen.“ Auch Karsten Junius von der Deka Bank sah diese Sorgen nicht bestätigt: „Dies legt nahe, dass Befürchtungen, die Vogelgrippe könnte die Fleischpreise drastisch erhöhen, so nicht eingetreten sind.“ Die größte Belastung für die Verbraucher war im Vergleich zum vergangenen Jahr erneut die Ölpreisexplosion. So hätte die Inflation in Brandenburg ohne die Einrechnung der Energiepreise nur 1,1 Prozent betragen und nicht 2,1 Prozent.

Die Europäische Zentralbank dürfte nach Einschätzung der Analysten erleichtert über die geringen Preissteigerungen in Deutschland sein. „Inflation ist in Deutschland weiter kein großes Thema“, sagte Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein. „Die Daten sprechen dafür, dass die EZB ihre Gangart beibehalten und nicht anziehen wird.“ Viele Experten rechnen damit, dass die Währungshüter im Mai die Zinsen erneut um 25 Basispunkte anheben werden.

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