Entscheid
EZB legt Zinserhöhungspause ein

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins in der Euro-Zone wie erwartet unverändert gelassen. Beobachter erwarten in der Erläuterung der Währungshüter jedoch klare Signale für einen weiteren Zinsschritt Anfang Mai.

HB FRANKFURT. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiter 2,50 Prozent, teilte die EZB nach einer regulären Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt mit. Analysten hatten damit gerechnet, dass die Währungshüter auf ihrem Zinserhöhungskurs eine Pause einlegen würden, nachdem sie den Zins im Dezember und März um jeweils 25 Basispunkte angehoben hatten.

Hinweise auf das Ausmaß und die Schnelligkeit der Zinserhöhungen werden auf der Pressekonferenz der EZB am Nachmittag erwartet. Dort wird Präsident Jean-Claude Trichet die Entscheidung erläutern. Die Mehrheit der Volkswirte geht davon aus, dass die Zentralbank wegen der anhaltenden Konjunkturerholung die Geldpolitik nun beschleunigt strafft. So haben viele Großbanken ihre Prognosen für eine Zinserhöhung auf Mai vorgezogen und erwarten bereits im Juli einen weiteren Schritt. Bis Jahresende sollen die Zinsen demnach auf 3,0 Prozent steigen.

Trichet und andere EZB-Ratsmitglieder hatten bisher die wachsende Markterwartung einer Zinserhöhung im Mai nicht gedämpft. Mehrfach hatten sie vielmehr darauf hingewiesen, dass die Zinsen noch immer sehr niedrig seien. Die Marktakteure rätseln bereits darüber, ob die EZB im Juli oder August erneut die geldpolitischen Zügel anziehen und den Leitzins auf dann 3,00 Prozent erhöhen wird. Die Prognosen von Volkswirten über den Endpunkt des Erhöhungszyklus reichen derzeit von 2,75 bis 4,0 Prozent.

Höhere Zinsen sollen die Inflation in Schach halten. Im März lag die Inflationsrate im Euro-Raum mit 2,2 Prozent über der entscheidenden Zwei-Prozent-Marke, bei der die Bank die Preisstabilität gewahrt sieht. Die EZB hatte im Dezember vergangenen Jahres mit den Zinserhöhungen begonnen. Der Leitzins war im Dezember und im März um jeweils 25 Basispunkte auf jetzt 2,5 Prozent gestiegen.

Die EZB strebt Teuerungsraten knapp unter zwei Prozent an. Der hohe Ölpreis hält die Inflationsrate schon seit gut einem Jahr einige Zehntel über dieser Schwelle. Das wird sich nach Prognosen der EZB bis zum nächsten Jahr auch nicht grundlegend ändern.

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