Entscheidende Impulse kommen nicht vom Export sondern vom privaten Verbrauch
Starker Euro bremst Konjunkturerholung

Fazit verschiedener Konjunkturprognosen vom Dienstag: Die exportorientierte deutsche Wirtschaft kann dank der expansiven Geld- und Fiskalpolitik der USA auch in Deutschland mit etwas mehr Schwung rechnen. Allerdings dämpft der Höhenflug des Euro die leise aufkeimende Konjunkturhoffnung. Ein spürbarer Abbau der Arbeitslosigkeit ist vorerst nicht zu erwarten.

HB HAMBURG. Die privaten Banken rechnen dank einer Belebung im Herbst gerade noch mit einem Nullwachstum im laufenden Jahr und mit 1,6 Prozent 2004. Dabei machten schon die dreieinhalb Arbeitstage mehr ein halbes Prozent Wachstum aus. „Wir haben Erholung, aber keinen Aufschwung“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft- und Währungspolitik des Bankenverbandes, Norbert Walter, in Berlin.

Etwas optimistischer sind die Allianz und die Dresdner Bank. Ihre Experten rechnen mit 0,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr und mit rund 2,0 Prozent 2004. Damit würde Deutschland im kommenden Jahr wieder ins europäische Mittelfeld rücken, sagte ihr Chefvolkswirt Michael Heise in Frankfurt. Die entscheidenden Impulse gingen aber nicht vom Export, sondern vom privaten Verbrauch aus.

Gedämpft wurden die Konjunkturhoffnungen vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Erstmals seit Januar sank der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen im Oktober wieder von 60,9 auf 60,3 Punkte. Der starke Euro drücke auf Umsatz und Gewinn der Exportwirtschaft, erklärten die Wirtschaftsforscher. Zudem nähre das schwache Vertrauen der US-Verbraucher Zweifel an der Dynamik des Aufschwungs in den USA. Auch der ZEW-Index für die Eurozone sank in Monatsfrist um 2,8 auf 66,8 Punkte.

Die Zahl der Arbeitslosen wird aus Sicht der Banken 2004 im Jahresmittel von 4,42 Millionen auf 4,45 Millionen steigen. Eine Verbesserung der Beschäftigungslage sei frühestens Mitte 2004 zu erwarten. Die Verringerung der Arbeitslosigkeit ist nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts GfK aber die zentrale Voraussetzung für ein besseres Konsumklima.

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