Entscheidung gegen die Konjunkturflaute
Norwegen senkt Zinsen drastisch

Mit der stärksten Zinssenkung seit 1991 hat Norwegens Notenbank auf die aktuelle Wirtschaftskrise reagiert. Die Norges Bank senkte den Leitzins drastisch von 4,75 Prozent auf drei Prozent und übertraf damit in ihrem Schritt die Erwartungen der Analysten.

HB OSLO. Die Mehrzahl der Experten hatte lediglich mit einem Senkung auf 3,75 Prozent gerechnet. Die Gefahr einer langen Konjunkturflaute sei gestiegen, begründete die Notenbank ihren Schritt. Die Wirtschaft werde im laufenden Quartal und auch zu Jahresbeginn 2009 schrumpfen. Die Währungshüter kündigten zugleich an, das Zinsniveau Anfang nächsten Jahres auf zwei bis drei Prozent zu drücken. Die schnell sinkende Inflation erlaube es, die Nachfrage mit billigem Geld anzukurbeln.

Das von Ölexporten abhängige Land schien sich lange Zeit gegen die weltweite Finanzkrise stemmen zu können. Der Verfall des Ölpreises hat die Konjunkturaussichten aber verdüstert. Die Zentralbank hatte ihren Leitzins deshalb bereits im Oktober um einen vollen Punkt gesenkt.

Experten begrüßten die Entscheidung der Norges Bank. "Die Nachfrage ist schwach, die Produktion schrumpft und die Arbeitslosigkeit könnte deutlich steigen", sagte der Chefvolkswirt Harald Magnus Andreassen von Forst Securities. Die Notenbank habe deshalb richtig gehandelt. Anfang Dezember hatte auch die Notenbank im Nachbarland Schweden den Leitzins um ebenfalls 1,75 Punkte auf zwei Prozent gesenkt.

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