Entscheidung zur Zinssenkung fiel einstimmig
Fed lässt geldpolitischen Kurs offen

Die US-Notenbank Fed hat am Dienstag das Protokoll der jüngsten Zins-Entscheidung vorgelegt. Darin erklärte sie, dass der Häusermarkt weiterhin „ausgesprochen schwach“ sei, der Inflationsdruck lasse dagegen nach.

HB WASHINGTON. Die US-Währungshüter waren bei ihrer Sitzung am 18. September zuversichtlich, dass die Kerninflation nachhaltig zurückgehen wird, was zusammen mit einem „extrem schwachen Häusermarkt“ den Weg für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte ebnete. Die Entscheidung der US-Notenbank ist einstimmig gefallen. Die Notenbanker stimmten darin überein, dass ein solcher Schritt notwendig sei, um die US-Wirtschaft im Zuge der Turbulenzen an den Kreditmärkten zu schützen, wie aus dem Protokoll der Fed-Sitzung hervorgeht. Die US-Börsen legten nach der Veröffentlichung leicht zu.

Das Protokoll war mit Spannung erwartet worden, weil sich die Finanzmarkt-Teilnehmer davon Hinweise versprachen, wie die Zinspolitik der Fed in den kommenden Monaten aussehen wird und ob es eventuell weitere Zinssenkungen gibt. Allerdings machten die Geldpolitiker keine Aussagen zum weiteren geldpolitischen Kurs, sondern erklärten in dem am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll nur, dass künftige Zinsschritte vom Wirtschaftsausblick abhingen.

In einem weiteren Rückgang des Dollar-Wechselkurses sahen die Währungshüter ein Inflationsrisiko. Da die US-Wirtschaft für einige Zeit unterhalb ihres Potenzials wachsen dürfte und der Preisauftrieb eine günstige Entwicklung zeige, sollte die geldpolitische Lockerung den Inflationsausblick aber nicht negativ beeinflussen, heißt es in den Aufzeichnungen. Der wissenschaftliche Stab der Fed senkte seine Prognosen sowohl für das Wirtschaftswachstum als auch für die Inflation im nächsten Jahr. Zudem erwarte der Stab einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit, was die Konsumausgaben belasten dürfte. Allerdings sei in den kommenden Quartalen mit einer Erholung der Kreditmärkte zu rechnen, sodass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009 an Dynamik gewinnen und wieder über die Potenzialrate steigen sollte.

Die US-Zentralbank hatte am 18. September angesichts der angespannten Lage an den Finanzmärkten und eingetrübter Wachstumsaussichten ihre Geldpolitik überraschend stark gelockert und den Leitzins auf 4,75 Prozent gesenkt. Seitdem haben sich die Aktienmärkte stark erholt, wenngleich die Verspannungen am Geldmarkt noch anhalten.

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