Enttäuschende BIP-Daten
„Schwache US-Wirtschaft dämpft deutsche Exporte“

Die Abschwächung des Immobilienmarktes hat die US-Wirtschaft überraschend auf das langsamste Wachstum seit mehr als drei Jahren abgebremst. An den Finanzmärkten mehrten sich promt Spekulationen über die künftigen Zinsentscheide der Fed. Die Entwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft dürfte auch nicht spurlos am exportabhängigen Deutschland vorbei gehen.

WASHINGTON. Ein überraschend geringes Wachstum der US- Wirtschaft hat am Freitag den Spekulationen über eine weitere Zinserhöhung in den USA einen deutlichen Dämpfer versetzt. Die tragende Säule der US-Wirtschaft, der private Konsum, erweist sich jedoch weiterhin als stabil, sodass eine “weiche Landung“ vorerst als wahrscheinlichstes Szenario gilt.

Zugleich rückte mit dem robusten Konsum aber auch eine Zinssenkung weiter aus dem Blickfeld. Experten rechnen deshalb damit, dass die US-Notenbank ihren abwartenden Kurs vorerst beibehält und das Zinsniveau bis ins nächste Jahr hinein unverändert lassen wird.

Zuvor hatte das US-Handelsministerium die niedrigste Wachstumsrate seit drei Jahren ausgewiesen, was vor allem auf eine deutliche Korrektur am überhitzten Immobilienmarkt zurückging. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich zwischen Juli und September nur noch um annualisiert 1,6 Prozent. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg des BIP um 2,2 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war das US-BIP um 2,6 Prozent gewachsen, nachdem für das erste Quartal ein überaus starker Anstieg von 5,6 Prozent gemeldet worden war.

Zusammen mit dem BIP-Wachstum hat sich im dritten Quartal auch der Preisauftrieb abgeschwächt: Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg um 2,5 Prozent, nach einer Teuerung von 4,0 Prozent im Vorquartal und 2,0 Prozent im ersten Quartal. Die Konsumausgaben, die fast 70 Prozent der US-Wirtschaft ausmachen, legten um 3,1 Prozent zu, nachdem sie im Vorquartal um 2,6 Prozent gewachsen waren.

Die Immobilieninvestitionen brach aufs Jahr hochgerechnet im dritten Quartal um mehr als 17 Prozent ein und damit so stark wie seit mehr als 15 Jahren nicht mehr. Auch der drastische Anstieg der Importe bremste das Wachstum: Die Einfuhren legten um fast acht Prozent zu und damit fünf Mal so schnell wie im zweiten Quartal.

Dagegen blieben die Firmeninvestitionen robust. Auch die Verbraucher steigerten ihre Ausgaben deutlicher als zuvor, und zwar um 3,1 Prozent. Dies stärkte die Erwartung, dass die Abschwächung des Häusermarktes das Wachstum der US-Wirtschaft zunächst nicht vollkommen zum Erliegen bringen wird. Viele Experten äußerten sogar die Erwartung, dass das Wachstum am Jahresende bereits wieder Fahrt aufnehmen wird. Auch das am Freitag veröffentlichte Verbrauchvertrauen ließ noch keine Bremsspuren erkennen: Der entsprechende Index der Universität Michigan kletterte unerwartet auf 93,6 von 85,4 Punkten im Vormonat.

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