Enttäuschendes US-BIP
US-Wirtschaftswachstum überraschend niedrig

Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal unerwartet auf die niedrigste Rate seit zwei Jahren abgeschwächt. Das enttäuschende US-BIP drückte auch den Dax tief ins Minus.

HB WASHINGTON. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg nach vorläufigen Berechnungen des US-Handelsministeriums im ersten Quartal um 3,1 Prozent nach einem Plus von 3,8 Prozent im Schlussquartal 2004. Ein schwächeres Wachstum gab es zuletzt in den ersten drei Monaten des Jahres 2003 mit 1,4 Prozent.

Analysten hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf lediglich 3,6 Prozent gerechnet. Der für die Inflationsentwicklung in den USA wichtige Preis-Deflator stieg um 3,2 Prozent nach 2,3 Prozent im Vorquartal. Volkswirte hatten hier ein Plus von nur 2,2 Prozent erwartet.

Die Experten machen die hohen Ölpreise für die enttäuschenden Daten verantwortlich. Unternehmen hätten weniger investiert. Die Ausgaben für Maschinen und Software stiegen Anfang des Jahres so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

„Unternehmen sind heute mit der Verschiebung von Aufträgen um ein paar Monate schnell bei der Hand, wenn sie unsicher sind“, sagte Joel Naroff, Präsident der Prognosefirma Naroff Economic Advisors, der Wirtschaftsagentur Bloomberg. Steigende Benzinpreise würden auch die Verbraucherausgaben bremsen, die zwei Drittel der US- Wirtschaft ausmachen. Naroff rechnet deshalb mit für US-Verhältnisse eher moderatem Wachstum in diesem Jahr.

Die größte Volkswirtschaft der Welt produzierte im 1. Quartal Waren und Dienstleistungen im Wert von 11,08 Billionen Dollar (8,58 Billionen Euro) - auf Jahresbasis und inflationsbereinigt. Das Rekordhandelsdefizit habe die Wachstumsrate im 1. Quartal um 1,49 Prozentpunkte geschmälert, hieß es. Im Februar war das Defizit auf 61 Milliarden Dollar gestiegen.

Weil die Preise anziehen, rechnen Volkswirte damit, dass die Notenbank (Fed) die Leitzinsen weiter anhebt. Der Offenmarktausschuss tritt am nächsten Dienstag zusammen. Er hat die Leitzinsen seit vergangenem Juni sieben Mal um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,75 Prozent erhöht.

Die enttäuschenden Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum haben auch den Deutschen Aktienindex (Dax) belastet. Der Dax verbuchte am Donnerstagnachmittag ein Minus von 0,4 Prozent auf 4172 Punkte. „Das US-Bruttoinlandsprodukt hat die Prognosen verfehlt. Der Markt ist sehr nervös im Moment und deshalb auch sehr empfänglich für schlechte Nachrichten“, sagte Stephan Linz, Händler bei der BW Bank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%