Erhebliche Risiken
Geschäftsklima im Euroraum stark getrübt

Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten insgesamt auf eine schwache zweite Jahreshälfte hin. Die Ratingagentur Standard & Poor's sieht erhebliche Abwärtsrisiken, rechnet aber nicht mit einer "Double-Dip"-Rezession.
  • 0

BrüsselDas Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich im August deutlicher eingetrübt als erwartet. Das Barometer fiel von 103 auf 98,3 Punkte, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 100,5 Punkte erwartet .

Die Stimmung in der Industrie ist so schlecht wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Auch bei Dienstleistern und Verbrauchern trübte sie sich ein. Die Daten deuten auf eine schwache zweite Jahreshälfte hin. Das Bruttoinlandsprodukt in den Euro-Ländern war bereits von April bis Juni nur noch um 0,2 Prozent gewachsen, nachdem es zu Jahresbeginn noch 0,8 Prozent waren.

Der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zufolge wächst die Gefahr einer Rezession in Europa Dies stellt S&P in einem heute veröffentlichten Bericht fest. Demnach sind die Abwärtsrisiken erheblich, eine "Double-Dip" Rezession erwartet S&P aber nicht.

"Wir halten daran fest, dass es nicht zu einem echten Double-Dip kommen wird, da wir in den kommenden 18 Monaten verschiedene Zeichen für ein anhaltendes Wachstum sehen, wie etwa die nach wie vor lebhafte Nachfrage aus den Emerging Markets und eine zwar verhaltene, aber dennoch spürbare Erholung bei den Investitionsausgaben der Unternehmen", erläuterte Jean-Michel Six, Chefökonom für Europa bei Standard & Poor's.  "Allerdings erkennen wir auch deutliche Risiken. Wir werden in den nächsten Quartalen insbesondere die Trends im Verbraucherverhalten genau beobachten."

In dem Bericht kommt Standard & Poor's zu dem Schluss, dass die Verbrauchernachfrage zumindest aus relativ wenig verschuldeten Haushalten das Wachstum in den nächsten Monaten etwas stützen könnte. Allerdings stellten die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit und der kürzliche Einbruch an den Aktienmärkten signifikante Risiken dar. Gleichzeitig stellt Standard & Poor's fest, dass die währungspolitischen Maßnahmen der Zentralbanken zwar effektiv waren, ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft jedoch begrenzt seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erhebliche Risiken: Geschäftsklima im Euroraum stark getrübt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%