Erholung der US-Konjunktur
Stellenexplosion auf dem US-Arbeitsmarkt

Ein weiteres Indiz für eine Erholung der US-Konjunktur: Auch die Daten zum US-Arbeitsmarkt sind über den Erwartungen ausgefallen. Es wurden der höchste Stellenzuwachs seit fast vier Jahren verzeichnet. Der monatliche Bericht des Arbeitsministeriums belegte damit am Freitag die von vielen Analysten seit Monaten erwartete Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt.

HB WASHINGTON. Nachdem die Arbeitsmarktdaten der vergangenen Monate meist für Enttäuschung an den Finanzmärkten gesorgt hatten, sahen sich Volkswirte am Freitag von der Stärke der Erholung überrascht. Die US-Notenbank Fed könne nun schneller als erwartet die Leitzinsen erhöhen. Die Finanzmärkte reagierten mit kräftigen Kursgewinnen auf die Überraschung. Analysten erwarten, dass die Daten US-Präsident George W. Bush im Wahlkampf Rückenwind geben dürften. Finanzminister John Snow bewertete die Zahlen als Ergebnis der Wirtschaftspolitik des Präsidenten.

Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte um 308 000, teilte das US-Ministerium mit. Das war der höchste Anstieg seit April 2000. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen Zuwachs um 103 000 Stellen prognostiziert. In den sechs vorangegangenen Monaten waren durchschnittlich 75 000 neue Arbeitsplätze pro Monat entstanden.

Die Daten könnten die Fed nach Einschätzung von Volkswirten nun schneller als erwartet zu einer Erhöhung der Leitzinsen in der größten Volkswirtschaft der Welt veranlassen. Der Schlüsselzins liegt derzeit mit 1,00 % auf dem niedrigsten Niveau seit 1958. „Die Fed wird wahrscheinlich weiter abwarten, ob sich der Beschäftigungszuwachs in den kommenden Monaten fortsetzt“, sagte Gary Thayer, Chefvolkswirt von A.G. Edwards & Sons in St. Louis. „Aber, wenn wir die Kurve gekriegt haben sollten, dann wird die Fed nicht viel länger warten.“

In den vergangenen Monaten waren unter Volkswirten die Zweifel gewachsen, ob die Konjunkturerholung in den USA nachhaltig ist. Vor allem hatten sie ihre Skepsis damit begründet, dass der US-Arbeitsmarkt den übrigen Indikatoren kaum auf dem Weg nach oben folgte. Volkswirt David Sloan von 4Cast in New York sagte: „Das starke Wirtschaftswachstum schafft jetzt Arbeitsplätze und das ist eine große Sache.“ Stephen Stanley von RBS Greenwich Capital stellte fest: „Darauf habe ich seit Monaten gewartet. Nicht nur die März-Zahlen waren stark, sondern die Zahlen für Februar und Januar wurden ebenfalls nach oben revidiert.“

Besonders positiv beurteilten Volkswirte, dass die Verbesserung am Arbeitsmarkt fast alle Branchen erfasste. Nur im Verarbeitenden Gewerbe stagnierte der Stellenzuwachs, allerdings wurde zumindest eine Serie von 43 Rückgängen in Folge beendet.

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