Erholungskurs deutscher Wirtschaft hält an
Banken versprühen Optimismus

Nach Einschätzung der Banken steht die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland unter positiven Vorzeichen. Für 2005 prognostizieren die Kreditinstitute einen neuerlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, der allerdings nicht mehr so stark ausfällt wie in diesem Jahr.

HB BERLIN. Sie erwarten zudem eine leichte Belebung des Privatkonsums, robuste Unternehmensgewinne und eine andauernde Exportstärke. „Grundsätzlich sind wir positiv gestimmt: Die deutsche Konjunktur bleibt auf Erholungskurs“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bundesverbandes Deutscher Banken, Norbert Walter, am Mittwoch in Berlin. Risiken lägen dagegen im schwachen US-Dollar und dem hohen Leistungsbilanzdefizit der USA.

Im laufenden Jahr erwarten die Banken eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,8 % und im kommenden Jahr um 1,4 %. Die Bundesregierung rechnet im nächsten Jahr mit 1,7 % Wachstum. Das Exportvolumen steigt den Erwartungen der Banken zufolge um 9,4 % beziehungsweise 5,0 %. Auch der Privatkonsum könne 2005 mit 1,0 % Wachstum nach drei Jahren erstmals wieder nennenswert zulegen. „Es gab kein anderes Land, in dem bei sinkenden Zinsen und kaum steigenden Einkommen, die Sparquote stieg. Bei uns war das so, und wir erwarten nicht, dass dies so weitergeht.“ Viele aufgeschobene Käufe von langlebigen Gütern würden nun umgesetzt. Stimulierend wirkten die Senkung der Einkommensteuersätze 2005, anziehende Unternehmensgewinne und höhere Gewinnausschüttungen.

Die Maastricht-Kriterien werden nach Einschätzung des Ausschusses weder dieses noch kommendes Jahr eingehalten. Das Staatsdefizit liege 2004 bei 3,9 und 2005 bei 3,4 % des BIP und damit klar über der Grenze von 3,0 %. Bei der Konjunkturprognose gehen die Banker von einem Durchschnitts-Ölpreis von 40 Dollar je Barrel (159 Liter) und einem Euro/Dollar-Kurs zwischen 1,30 € und 1,40 € aus. Von einem Eingreifen zugunsten der europäischen Einheitswährung raten die Banker zur Zeit aber ab: „Die Europäische Zentralbank hätte es außerordentlich schwer, den Markttrend zu brechen. Eine Intervention würde zumindest zeitweise zulasten des Notenbankgewinnes gehen. Das sollte man nicht empfehlen“, sagte Walter, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank ist.

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