Erleichterung der Geldpolitik im Blick
Trichet mahnt Strukturreformen an

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat von den europäischen Regierungen Strukturreformen gefordert. Strukturreformen würden einerseits das Wachstumspotenzial der Wirtschaft vergrößern, andererseits aber auch die Geldpolitik erleichtern, sagte er.

HB KÖLN. „Eine bemerkenswerte Folge von Reformen wäre die, die Beharrlichkeit der Inflation zu verringern“, sagte Trichet am Dienstag in Köln. Damit müsse die Notenbank weniger stark auf Schocks reagieren. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt im Währungsgebiet seien Reformen dringend nötig. „Die hohe Arbeitslosenquote in der Euro-Zone, die sich 2003 leider auf 8,9 % belief, signalisiert eine weiterhin ungenügende Flexibilität der Euro-Zone und damit die Notwendigkeit weiterer substanzieller Anstrengungen für Strukturreformen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt.“

Trichet ergänzte: „Eine flexible Umgebung wird es für die Geldpolitik leichter machen, die Preisstabilität zu erhalten und auch die Volatilität von Produktion und Arbeitslosigkeit niedrig zu halten.“ In der aktuellen Situation seien gut entworfene Strukturreformen für den Beschäftigungs-, Güter- und Kapitalmarkt ebenso entscheidend, wie Reformen zur Steigerung von Innovationen, Forschung und Entwicklung, stellte Trichet politischen Forderungen entgegen, die Konjunktur mit einer weiteren Zinssenkung zu unterstützen. Derzeit liegt der Schlüsselzins in der Euro-Zone mit 2,00 % auf einem historisch niedrigen Niveau.

Im Moment deuteten die Konjunkturindikatoren darauf hin, dass sich die Erholung der Wirtschaft 2004 fortgesetzt habe und sich auch weiter fortsetzen werde. „Die wirtschaftliche Erholung wird wahrscheinlich stärker und nachhaltiger ausfallen, wenn ehrgeizige und gut entworfene Strukturreformen umgesetzt werden“, stellte der EZB-Chef fest. „Dagegen würden Untätigkeit bei nötigen Reformen, stückweise Reformen oder ein Mangel an Visionen die wirtschaftliche Erholung behindern.“ Als sehr wichtig bezeichnete es Trichet, die sich aus Reformen ergebenden Vorteile insbesondere für Erwerbslose besser zu vermitteln.

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