Erlös geht an Finanzministerium
Bundesbank steigert Gewinn auf 4,6 Milliarden Euro

Die Deutsche Bundesbank erholt sich von der Euro-Krise: Die Notenbank erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro – deutlich mehr als von Finanzminister Wolfgang Schäuble erwartet.
  • 0

FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr auf 4,6 Milliarden Euro gesteigert. Das teilte die Notenbank am Donnerstag mit. Anders als in den vergangenen drei Jahren wird der Erlös komplett an das Finanzministerium überweisen.

Damit kassiert Wolfgang Schäubles Ministerium deutlich mehr Euro als kalkuliert. Der Finanzminister hatte im bisherigen Etatplan für 2014 eine Überweisung aus dem Bundesbank-Gewinn von zwei Milliarden Euro unterstellt und für die Folgejahre dann jeweils 2,5 Milliarden.

Dass die Milliarden-Finanzspritze keine Selbstverständlichkeit ist, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Von 2011 bis 2013 hatte die Bundesbank wegen der Euro-Krise einen Großteil ihres Gewinns als Sicherheitspuffer selbst einbehalten. Während 2010 noch ein Gewinn von 2,2 Milliarden Euro in der Zentralbankbilanz stand, überwies die Bundesbank ein Jahr später nur noch 643 Millionen Euro an Schäuble. Auch 2012 fiel der Überschuss mit 664 Millionen Euro vergleichsweise gering aus.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründete den niedrigen Gewinn damals mit höheren Risiken der Zentralbank wegen der Euro-Staatsschuldenkrise. So erhöhte die Bundesbank ihre Rückstellung für allgemeine Wagnisse um 6,7 Milliarden auf den Rekordwert von 14,4 Milliarden Euro. „Hiermit wird den Risiken in der Bundesbankbilanz angemessen Rechnung getragen“, erklärte Weidmann.

An diesem Donnerstag sagte Weidmann, dass für 2013 keine Rückstellungen gebildet worden seien. Die gesamte Wagnisrückstellung bleibe deshalb bei 14,4 Milliarden Euro. Eine Auflösung der auf dem Höhepunkt der Krise angeschwollenen Rücklagen sei nicht angebracht, weil angesichts der im vergangenen Jahr gesunkenen Leitzinsen für 2014 ein niedrigeres Ergebnis zu erwarten sei.

Zur Staatsschuldenkrise in der Währungsunion äußerte sich Weidmann verhalten optimistisch: „Die notwendigen Anpassungsprozesse in den von der Krise besonders betroffenen Ländern sind erkennbar vorangekommen, das Vertrauen kehrt allmählich zurück.“

Wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns waren trotz Leitzinsen auf Rekordtief wie in den Vorjahren die Zinserträge. Allerdings sank der Nettozinsertrag binnen Jahresfrist von 8,3 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro. Der Wert des Bundesbank-Goldes verringerte sich wegen gesunkener Marktpreise deutlich: Zum Bilanzstichtag Ende Dezember stand das Edelmetall mit rund 95 Milliarden Euro in den Büchern der Notenbank – das waren fast 43 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Das wirkt sich allerdings nicht auf den Bundesbank-Gewinn aus. Die Bundesbank ist derzeit dabei, Goldbarren aus New York und Paris in heimische Tresore zu verlagern. Bis spätestens 2020 soll die Hälfte des Goldschatzes von fast 3400 Tonnen in Deutschland untergebracht sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erlös geht an Finanzministerium: Bundesbank steigert Gewinn auf 4,6 Milliarden Euro"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%