Erneut gestiegene Beschäftigtenzahlen
Volkswirte sehen Japan auf Erholungkurs

Eine Reihe neuer japanischer Konjunkturdaten - vor allem eine überraschend stark gestiegenen Industrieproduktion - deuten auf eine konjunkturelle Erholung hin. Allerdings fällt diese trotz erneut gestiegener Beschäftigtenzahlen nur mäßig aus, da Konsumausgaben und Einzelhandelsumsätze weiter rückläufig sind, wie die japanische Regierung am Freitag mitteilte.

Reuters TOKIO. Die Regierung wies für Juli einen Anstieg der Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % aus. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Anstieg um 0,2 % gerechnet. Der überraschend kräftige Anstieg veranlasste die Regierung prompt, ihren Ausblick für die Industrieproduktion erstmals seit einem Jahr wieder zu verbessern. Analysten zeigten sich davon überzeugt, dass sich die japanische Wirtschaft erholt.

„Die Wirtschaft ist definitiv auf Erholungskurs“, sagte Peter Morgan, Chef-Volkswirt von HSBC Securities in Tokio. Zwar seien die Daten zu den Konsumausgaben der Haushalte schwach. „Der Kernpunkt ist aber, dass die US-Wirtschaft anzieht und sich die Exporte verbessert haben“, sagte er.

Am Vortag hatte das US-Handelsministerium seine US-Wachstumsschätzung für das zweite Quartal stärker nach oben revidiert als von Volkswirten erwartet. Demnach wuchs die US-Wirtschaft zum Vorquartal um 3,1 %. Die US-Handelskammer erwartet für das zweite Halbjahr eine Wachstumsbeschleunigung auf 4,5 %.

Die jüngsten Daten bescheinigten auch der japanischen Wirtschaft eine Expansion im sechsten Quartal in Folge. In den drei Monaten zum Ende Juni stieg das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Jahresrate von 2,3 %. Im Juli verbesserte sich auch die Lage am Arbeitsmarkt leicht. Die Zahl der Arbeitslosen sank den zweiten Monat in Folge, und zwar um 100 000 im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,42 Millionen. Die Zahl der Beschäftigten stieg den Angaben nach den dritten Monat in Folge um 70 000 auf 63,81 Millionen.

Die Konsumausgaben sind allerdings noch rückläufig. Die Konsumausgaben der Haushalte lagen den Statistiken zufolge im Juli um sechs Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Einzelhandelsumsätze sanken den Angaben nach im Juli den 28. Monat in Folge. Der Rückgang habe 3,0 % zum Vorjahr betragen.

Der Tokioter Aktienmarkt schloss am Freitag fester. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 1,16 % auf rund 10 343 Punkte. Im August legte der Index um über acht Prozent zu. Da auch die Aktienkurse gestiegen sind, gehen Experten davon aus, dass sich Japans Wirtschaft auch trotz der schwachen Konsumausgaben erholen wird.

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