Erste Politiker drängen auf Zinssenkung
EZB gerät unter Druck

Die wirtschaftliche Dynamik des Euro-Raums und Deutschlands schwächt sich massiv ab. Im September sackte der Einkaufsmanagerindex zur Industrie und zum Dienstleistungssektor nach vorläufigen Berechnungen des Informationsdienstleisters Markit auf 47 Punkte ab, den niedrigsten Stand seit den Terroranschlägen im Herbst 2001. Werte des Barometers unter 50 deuten auf eine rückläufige Produktion hin.

doh/dri/noh FRANKFURT. Unter dem Druck der immer schlechter werdenden Wirtschaftsdaten haben Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert, dass die Notenbank dabei ist, ihr bisher eher optimistisches Konjunkturszenario zu überdenken. Damit könnte eine Zinssenkung durch die EZB näher rücken.

Als erster maßgeblicher Politiker seit Zuspitzung der Finanzkrise vor zehn Tagen drängte am Dienstag der spanische Finanzminister Pedro Solbes zwar indirekt, aber doch sehr deutlich die EZB, über eine Zinssenkung nachzudenken. Der griechische Notenbankpräsident George Provopoulos, der über den EZB-Leitzins mitentscheidet, räumte unterdessen ein, dass der erst Anfang September veröffentlichte Wirtschaftsausblick der EZB wohl zu optimistisch war. Die EZB sei besorgt über die Wirtschaftsentwicklung. Wenn die Wachstumsprognosen revidiert werden müssten, dann nach unten, sagte er. Der EZB-Stab prognostiziert bisher ein Wachstum von 1,4 Prozent für das laufende Jahr und von 1,2 Prozent für das nächste Jahr.

Auch für Deutschland brach der Einkaufsmanagerindex ein, auf einen Wert von 48,6. Erstmals schrumpfte hier im September auch der Servicesektor leicht.

Die Bundesbank hat nun reagiert und intern ihre Wachstumsprognose 2009 für Deutschland gegenüber Juni kräftig gesenkt, und zwar von 1,4 auf einen "Wert von weniger als eins", berichteten Mitglieder der Unionsfraktion am Dienstag nach einer Zusammenkunft mit Bundesbankpräsident Axel Weber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%