Erstes Quartal
Deutsche Wirtschaft verdoppelt Wachstum

Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2014. Ein Grund ist auch das milde Wetter zu Jahresbeginn.
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BerlinDie deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im ersten Quartal überraschend verdoppelt. Das Bruttoinlandsprodukt legte dank steigender Investitionen und mehr Konsum von Januar bis März um 0,8 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. „Das ist das stärkste Wachstum seit drei Jahren“, sagte eine Statistikerin. Ende 2013 lag das Plus noch bei 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal nur mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.

„Bei diesem kräftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle“, erklärte das Amt. Dadurch blieb vor allem der Bau von den sonst üblichen witterungsbedingten Unterbrechungen verschont. Aber nicht nur der Bau boomte, auch der Konsum zog an: Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat gaben mehr Geld dafür aus. Die Unternehmen investierten „deutlich mehr“ als zuletzt. „Dagegen bremste der Außenhandel das Wirtschaftswachstum“, erklärte das Statistikamt. Es wurden weniger Waren exportiert, aber deutlich mehr Waren importiert als Ende 2013.

Europas größte Volkswirtschaft bleibt damit Wachstumsmotor der Währungsunion. Die französische Wirtschaft etwa stagnierte zu Jahresbeginn lediglich. Das hohe Tempo dürfte sich kaum halten lassen, da wegen des milden Winters etwa am Bau viele Arbeiten vorgezogen wurden. „Die Frühjahrsbelebung wird etwas schwächer ausfallen als gewohnt“, heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Regierung rechnet 2014 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Diese Entwicklung war zu erwarten. Im Artikel fehlen weitere Begründungen die das Wirtschaftswachstum erklären. Dass das schöne Wetter, oder das milde Wetter die hiesigen Rahmenbedingungen zusätzlich stützen, dass sollte nicht nur für die Jahre mit schlechten bzw. rauen Witterungsbedingunben aufgemerkt werden.

    Alles in allem wahre Aussagen, aber im Großen und Ganzen fehlen die Hinweise auf die planerischen Leistungen der Industrie in den vergangenen Jahren. Veröffentlichen die Medien abermals nur kurzsichtige Analysen, ja dann wird eben wieder nur ein Kurzzeitgedächtnis antrainiert. Also: wo sind die Hinweise zu den planerischen Leistungen der Ökonomen?

    Wichtig sind auch Verweise auf zukünftige Entwicklungen. Dazu zähle ich neben den Bestandsaufnahmen ( "die Wirtschaft wächst") die Schlussfolgerungen ("Was muss getan werden, damit das so bleibt" ; "Welche Probleme ergeben sich überhaupt aus permanentem Wirtschaftswachstum -> Selbstzufriedenheit, Vernachlässigungen, Banalisierungen, maßlose Selbstüberschätzung, Übertreibungen -> Gier?

    Nicht erforderlich sind Vergleiche mit negativen Erfahrungen aus vergangener Zeit, sondern vielmehr ist heute! Wichtig, welche Aussagen hypothetisch zutreffen können und was bereits getan wird um entsprechende Probleme zu lösen, wenn diese eintreffen -> Fehleranalyse auf der Grundlage von Hypothesen. Müssen manche Fehler zugelassen werden, damit die Gesellschaft aus ihnen lernt?

    Ich denke an die Kritik der Vwl'er. In der Volkswirtschaftslehre steckt mehr als blosses reich werden.

    Sie müssen jetzt wieder besser werden.

  • Vor den EU-Wahlen lügt sich gut. Statistiken sind und werden immer gefälscht. Was ist mit der wirklichen Zahl an Arbeitslosen? Dazu kommen die Niedriglöhner, Zeitarbeiter, die über 50-Jährigen ohne Arbeit, die nicht zählen, etc. Netto-Renten und Netto-Löhne schwinden seit Jahren, Sparrücklagen und Alters-Vorsorgevermögen werden massiv beraubt. Und das soll alles noch gut sein für die deutschen Bürger??? Da irren sich die Blockparteien, die jahrelang in der Euro- und EU-Politik versagt haben, ganz gewaltig. Jetzt sind Alternativen gefragt, um dem Desaster entgegenzuwirken.

  • Na, zum Glück haben wir Wachstum. Sonst könnten wir ja nicht die enteignungsgleichen Folgen der kalten Progression verkraften...

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