Erstes Quartal
Japans Wirtschaft in solider Verfassung

Die japanische Wirtschaft ist zu Beginn des laufenden Jahres stärker als erwartet gewachsen. Damit ließ Japan seine großen Widersacher Deutschland, die Euro-Zone und die USA hinter sich.

fu TOKIO. Wie revidierte Regierungsstatistiken am Montag zeigten, legte die zweitgrößte Volkswirtschaft im ersten Kalenderquartal gegenüber dem Vorquartal um real 0,8 Prozent zu. In einer früheren Schätzung war die japanische Regierung noch von 0,6 Prozent ausgegangen.

Damit bestätigt sich nicht nur, dass die japanische Wirtschaft seit nunmehr neun Quartalen in Folge auf einem soliden Wachstumspfad voranschreitet. Die Konjunktur zeigte sich zwischen Januar und März auch in deutlich besserer Verfassung als jene Deutschlands, der USA oder der Euro-Zone. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Vierteljahr um 0,5 Prozent, die der Euro-Zone um 0,6 Prozent. Die US-Wirtschaft kam in dieser Zeit sogar einer Stagnation nahe. Die japanische Wirtschaft erfreut sich somit derzeit ihrer längsten Aufschwungsphase der Nachkriegszeit. Die Korrektur der Wachstumsdaten löste an den Finanzmärkten dennoch kaum Reaktionen aus, zumal die Mehrzahl der Ökonomen mit einer entsprechenden Revision gerechnet hatte.

Wenn Japan mit Elan ins laufende Jahr gestartet ist, verdankt sich dies nicht zuletzt den hiesigen Firmen und ihren Investitionen. Während die provisorischen Daten noch davon ausgegangen waren, dass Japans Unternehmen ihre Investitionen zwischen Januar und März im Vorquartalsvergleich um 0,9 Prozent drosselten, weisen die revidierten Werte nun einen Anstieg um 0,3 Prozent aus. Die Kapitalinvestitionen stellen somit weiterhin eine gewichtige Antriebskraft des japanischen Aufschwungs dar.

Eine kräftige Unterstützung sind zudem seit geraumer Zeit die Exporte, die im vergangenen Quartal mit einer Zunahme um 3,3 Prozent rund 0,4 Prozentpunkte zum Wachstum beitrugen und die weiterhin von einem schwachen Yen profitieren. Schwächer als bisher geschätzt entwickelte sich demgegenüber mit einem Plus um 0,8 Prozent der Privatkonsum, der trotz deutlich entspannterer Lage am Arbeitsmarkt und einem weit verbreiteten Konjunkturoptimismus noch immer nicht durchstarten will. Im laufenden Geschäftsjahr bis 31. März 2008 erwartet die Regierung, dass die Wirtschaft um zwei Prozent zulegt. Im vorangegangen Jahr hatte sich ein Plus von 2,1 Prozent ergeben.

Die bisher vorliegenden Statistiken etwa zur Industrieproduktion oder zu den Maschinen-Bestellungen legen den Schluss nahe, dass die Konjunktur im laufenden Quartal kaum an Schwung einbüßen dürfte. Dies kommt nicht zuletzt der Zentralbank entgegen, die die extrem tiefen Zinssätze gern internationalem Niveau anpassen und somit die „Normalisierung“ des geldpolitischen Regimes vorantreiben würde.

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