Erstes Quartal
US-Wirtschaft überrascht mit robusten Konjunkturdaten

Aus den Vereinigten Staaten kommen am Donnerstag Konjunkturnachrichten, die von den Märkten freudig aufgenommen werden dürften: Die Produktivität stieg im ersten Quartal überraschend stark, die Lohnstückkosten nahmen nur mäßig zu - und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen, statt zu steigen. Zudem überraschte der Dienstleistungssektor mit positiven Werten.

HB WASHINGTON: Wie das Arbeitsministerium in Washington nach vorläufigen Berechnungen mitteilte, stieg die Produktivität der US-Unternehmen auf das Jahr hochgerechnet um 1,7 Prozent nach plus 2,1 Prozent im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg der Produktion je Arbeitsstunde von lediglich 1,0 Prozent erwartet. Im Gesamtjahr 2006 war die Produktivität um 1,6 Prozent gewachsen und damit so langsam wie seit 1997 nicht mehr.

Die Lohnkosten je produzierter Einheit (Lohnstückkosten) - ein Maßstab für den Einfluss der Löhne auf die Inflationsentwicklung - stiegen zu Jahresbeginn um 0,6 Prozent nach einem Plus von 6,2 Prozent im Vorquartal. Dies war der geringste Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2006. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 4,0 Prozent gerechnet.

Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung fiel in der Woche zum 28. April saisonbereinigt um 21 000 auf 305 000 gefallen. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 4 000 erwartet. Es handelte sich um den deutlichsten Rückgang seit der Woche zum 13. Januar 2007, als die Erstanträge um 22 000 zurück gingen. Für die Vorwoche wurden die Daten auf minus 15 000 auf 326 000 (vorläufig: minus 20 000 auf 321 000) revidiert.

Den Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt gab das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit 328 750 (Vorwoche revidiert: 333 250; vorläufig: 332 000) an. In der Woche zum 21. April erhielten 2,495 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, eine Abnahme gegenüber der Vorwoche um 93 000.

Positiv schlägt auch das Wachstum im US-Dienstleistungssektor zubuche, das sich im April überraschend stark beschleunigt hat. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) kletterte auf 56,0 Punkte von 52,4 Punkten im März, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf lediglich 53,0 Punkte gerechnet.

Mit einem Stand von über 50 Zählern signalisiert der Index eine weiter expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht.

Der Beschäftigungs-Index für den Service-Sektor stieg auf 51,9 Punkte von 50,8 Zählern. Beim Auftragseingang ergab sich ein Plus auf 55,5 von 53,8 Zählern im Vormonat. Der Preis-Index kletterte leicht auf 63,5 von 63,3 Punkten.

»  Wie die Märkte auf die Daten reagieren

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