Erstmals seit Frühjahr
Steuereinnahmen in Deutschland gesunken

Wegen höherer Abgaben an die EU-Kasse und Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung sind die Steuereinnahmen von Bund und Ländern erstmals seit dem Frühjahr gesunken. Das Jahresziel soll dennoch erreicht werden.
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BerlinDie Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind erstmals seit dem Frühjahr 2012 wieder gesunken. Im August ging das Aufkommen - ohne reine Gemeindesteuern - um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.

Ursachen sind auch Einmal- und Sondereffekte bei der Unternehmensbesteuerung sowie höhere Abführungen an die EU-Kasse. Trotz des Rückschlags liegen die Steuereinnahmen in den ersten acht Monaten insgesamt weiter im Plus - und zwar um 2,6 Prozent beziehungsweise 9,1 Milliarden Euro auf nunmehr rund 361,7 Milliarden Euro. Das Acht-Monats-Plus liegt auch knapp über dem für das gesamte Jahr geschätzten Zuwachs.

Dennoch dürfte kurz vor der Bundestagswahl die Debatte über die von SPD, Grünen und Linken geforderten Steuererhöhungen noch einmal aufleben. Kritiker der Erhöhungspläne argumentieren, der Staat habe kein Einnahmeproblem. Auch dürfe ein einzelnes Monatsergebnis nicht überbewertet werden. Steuerschätzer gehen weiter davon aus, dass die Prognose für 2013 erreicht werde.

Zuletzt waren die Steuereinnahmen von Bund und Ländern (ohne reine Gemeindesteuern) im Mai 2012 gesunken (minus 4,3 Prozent). Das August-Minus ist nach Angaben des Finanzministeriums auch darauf zurückzuführen, dass bei der nicht veranlagten Steuer vom Ertrag der Vorjahreswert nach einer Dividendenausschüttung in Folge eines Konzernumbaus überhöht gewesen sei. Die Körperschaftsteuer sei durch Nachzahlungen von Unternehmen für frühere Jahre niedriger ausgefallen. Es stehen aber noch Vorauszahlungen an, so dass unterm Strich keine Einbußen gegenüber der Schätzung erhofft werden.

Zudem hat die EU-Kommission im August weit mehr der ihr zustehenden Gelder eingezogen als im Vorjahresmonat. Das sei auf den höheren Mittelabfluss bei Strukturfondsmitteln zurückzuführen, der zum Ende einer Förderperiode - hier der Zeitraum 2007 bis 2013 - üblich sei, heißt es weiter. Das hohe Beschäftigungsniveau sowie Tariflohnsteigerungen begünstigten dagegen das Lohnsteueraufkommen, das von Januar bis August um 6,0 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich aus Sicht des Finanzministeriums auf Erholungskurs: „Der Aufwärtstrend der Auftragseingänge und vor allem die mehrmalige Verbesserung der Stimmung in den Unternehmen signalisierten, dass sich die konjunkturelle Erholung im 2. Halbjahr fortsetzen wird.“ Im laufenden Quartal dürfte das Plus jedoch geringer ausfallen als im zweiten Vierteljahr, das durch witterungsbedingte Nachholeffekte überzeichnet gewesen sei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erstmals seit Frühjahr: Steuereinnahmen in Deutschland gesunken"

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  • Steuereinnahmen in Deutschland gesunken
    Ja,klar - die überfluten uns mit Ausländern und diese brauchen keine Steuern zu bezahlen.
    Das Volk sollte generell mal nachfragen wo die ganzen Steuern (ca80% des Lohnes) hinfliessen.

  • 'GeldwaescheMinisterium' echauffiert sich
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    "Zudem hat die EU-Kommission im August weit mehr der ihr zustehenden Gelder eingezogen als im Vorjahresmonat. Das sei auf den höheren Mittelabfluss bei Strukturfondsmitteln zurückzuführen, der zum Ende einer Förderperiode - hier der Zeitraum 2007 bis 2013 - üblich sei, heißt es weiter."

    Wie bitte?

    Die Eurokratur bucht einfach so mehr ab als "ihr zusteht"???
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    Bitte richtig LESEN!

    Die Eurokratur bucht NICHT "einfach so mehr ab als ihr zusteht", sondern "mehr der ihr zustehenden Gelder [...] als im Vorjahresmonat".

    ...

    Und jetzt die blauen Pillen nehmen - gegen Bluthochdruck.

  • 'Observer' meint
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    Wie, "Abfuehrung an die EU"? Ws ist denn das fuer eine Buchfuehrung?
    Werden die Steuern erst gar nicht eingenommen und gehen direkt an die EU?
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    Sie werden schon eingenommen.

    Sie gehen aber direkt an die EU in dem Ausmaß, in dem sie von dort abgerufen werden, und sind deshalb in diesem Ausmaß Steuern die für Rechnung der EU eingenommen werden - also keine Steuereinnahmen des Bundes.

    Die Abrufe sind begrenzt durch den "harmonisierten Mehrwertsteueranteil" und durch den monatlichen Finanzbedarf der EU, der wiederum durch den Haushaltsplan begrenzt ist.

    Der Sinn des Abrufsystems ist, daß die EU nicht mehr Mehrwertsteuer abruft als sie zur Finanzierung ihrer Ausgaben braucht.

    +++

    'Observer' meint
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    Der normale Vorgang ist, erst die Einnahme und dann ggf. Abfuehrung an die EU, oder wen auch immer!
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    Gilt nicht bei Zahlungseingängen für Rechnung Dritter.

    ...

    Aber klar - 'mal wieder ein schöner Aufreger für den AfD-Stammtisch.

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