Erwartete Entscheidung
US-Notenbank senkt Leitzins auf ein Prozent

Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gesenkt. Der Schritt war angesichts der Finanzmarktkrise und der Konjunkturflaute erwartet worden. An der Wall Street sorgte der Beschluss nur kurzfristig für Freude. Bald droht der Fed die Munition auszugehen.

HB WASHINGTON/FRANKFURT. Die US-Notenbank hat im Kampf gegen die Finanzkrise und eine drohende Rezession ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf ein Prozent gesenkt. Das teilte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mit. So niedrig war der Zins in den Vereinigten Staaten zuletzt im Juni 2004.

Die Wall Street reagierte mit Verzögerung auf die Entscheidung: Am Nachmittag zogen die Indizes zunächst spürbar an, nachdem sie zuvor stark schwankten. Am frühen Abend rutschten die Indizes US-Börsen dann jedoch wieder in die Verlustzone. Der breite Markt beendete den Handel nach einer Berg- und Talfahrt im Minus, Technologiewerte knapp im Plus. Zwar hatten die Finanzmärkte auf eine Kappung des für die Banken wichtigen Schlüsselzinses gehofft, einige Börsianer hatten aber auch auf einen noch größeren Schritt spekuliert.

Die Fed hatte bereits Anfang Oktober gemeinsam mit anderen führenden Notenbanken die Zinsen außerplanmäßig um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Seitdem hat sich die Krise vor allem an den Aktien- und Devisenmärkten weiter zugespitzt. Die Notenbank hat im Kampf gegen Finanzkrise und Abschwung in den vergangenen Monaten den Leitzins um 4,25 Prozentpunkte zurückgenommen. Die mittlerweile die ganze Welt umfassende Finanzkrise hat im Sommer vergangenen Jahres am US-Immobilienmarkt begonnen.

Die Währungshüter um Ben Bernanke begründeten am Mittwoch ihren Schritt mit der absehbaren Konjunkturabschwächung. So hätten sich Firmeninvestitionen, Industrieproduktion und vor allem der private Konsum deutlich abgeschwächt. Auch der Export werde zurückgehen. Die Finanzkrise und die Turbulenzen an den Finanzmärkten würden, so die Fed, die ohnehin schwer belastete Konsumlaune der Amerikaner zusätzlich trüben.

Da trotz entsprechender Gegenmaßnahmen die Abwärtsrisiken für das Wachstum bestehen blieben, sei die Zinssenkung nötig, erklärte die Fed. Sie sei möglich, weil der Teuerungsdruck in den kommenden Quartalen nachlassen dürfte, hieß es in der schriftlichen Begründung der Notenbank. Das Wort Rezession vermieden die Währungshüter. Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal sollen am Donnerstag veröffentlicht werden. Experten rechnen mit einem Rückgang um 0,5 Prozent.

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