Erwartungen
ZEW-Konjunkturbarometer steigt überraschend

Nach dem Vormonatseinbruch als Folge der sich zuspitzenden Finanzkrise hat sich die Stimmung deutscher Finanzexperten im November überraschend deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg an. Nicht nur das Banken-Rettungspaket der Bundesregierung stärkte demnach das Vertrauen.

HB BERLIN. Die Konjunkturerwartungen von Börsenexperten haben sich im November etwas aufgehellt. Das ZEW-Barometer stieg auf minus 53,5 von minus 63 Zählern, wie das ZEW am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf minus 62 Zähler gerechnet.

„Das Rettungspaket der Bundesregierung für den Finanzsektor sowie das geplante Konjunkturprogramm scheinen das Vertrauen der Finanzmarktexperten im Vergleich zum Vormonat gestärkt zu haben“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die weltweiten Zinssenkungen hätten das Vertrauen ebenfalls gestärkt. „Von dem gemeinsamen Vorgehen der Regierungen und Zentralbanken scheinen die Experten eine Milderung des Konjunkturabschwungs zu erhoffen“, sagte Franz.

Die Lage wurde von den Börsianern schlechter bewertet. Der Teilindex sank von minus 35,9 auf minus 50,4 Punkte. Volkswirte hatten hier mit minus 45 Zählern gerechnet.

Der Dax ist am Dienstagvormittag nach Veröffentlichung des ZEW-Indikators auf ein neues Tagestief von rund 4.875 Punkten abgerutscht. Zuletzt stabilisierte sich der Leitindex aber wieder mit 2,23 Prozent im Minus bei 4.913,52 Punkten und stand damit auf dem Niveau wie vor den Daten.

Das Bild für die gesamte Eurozone bleibt ebenfalls gespalten. Auch hier legten die Konjunkturerwartungen im November nach dem Einbruch im Vormonat etwas zu, während die Konjunkturlage erneut schlechter beurteilt wurde. Der entsprechende Index für die Erwartungen kletterte im Vergleich zum Vormonat um 8,7 Punkte auf minus 54,0 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank hingegen um 14,2 Punkte auf minus 58,9 Punkte.

Die Aufhellung der ZEW-Konjunkturerwartungen ist laut Commerzbank vor allem mit der nochmals ungünstigeren Lagebeurteilung zu erklären. Da jüngste Konjunkturdaten eine weitere Beschleunigung des Abschwungs angezeigt hätten, habe mancher Analyst seine Einschätzung für die kommenden Monate wieder etwas nach oben genommen, heißt es in einer Studie vom Dienstag. Die Erfahrung spreche dafür, dass der Wendepunkt bei den Konjunkturerwartungen nun erreicht sei und wieder nach oben drehe. Dies ändere aber nichts an den trüben Aussichten für die deutsche Wirtschaft.

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