Erzeugerpreise steigen
Energie als Preistreiber

Die Erzeugerpreis in Deutschland sind im August so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die an die Hersteller gewerblicher Produkte gezahlten Preise stiegen im Vergleich zum August 2002 um 2,1 %, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Dies sei vor allem auf den starken Anstieg der Energiekosten zurückzuführen, hieß es.

HB WIESBADEN. Im Juli hatte der Anstieg noch 1,9 % betragen. „Wie schon in den vergangenen Monaten beeinflusste auch im August 2003 die Preisentwicklung bei Energie (plus 8,9 % gegenüber August 2002) das allgemeine Preisklima besonders stark“, erklärten die Statistiker. Ohne Berücksichtigung der Energie wären die Erzeugerpreise zum Vorjahr nur um 0,2 % gestiegen.

Im Vergleich zum Vormonat ging die Teuerung dagegen zurück auf 0,1 von zuletzt 0,3 %. Von Reuters befragte Analysten hatten sogar mit einem noch etwas deutlicheren Preisanstieg gerechnet: Sie hatten zum Vorjahr im Schnitt ein Plus von 2,2 und zum Vormonat einen Anstieg um 0,2 % erwartet.

Analysten fürchten nicht, dass die Firmen den Anstieg der Erzeugerpreise an die Verbraucher direkt weitergeben und so die Inflation deutlich in die Höhe treiben werden. „Der scharfe internationale Wettbewerb begrenzt den Preisspielraum der Firmen deutlich“, urteilt Volkswirt Thomas Hueck von der Hypovereinsbank in einem Kommentar. „Außerdem sollte die erwartete Aufwertung des Euro und die enttäuschende Wirtschaftsentwicklung in Deutschland einen plötzlichen Anstieg der Erzeugerpreise verhindern.“ Trotz der sich aufhellenden Konjunkturaussichten sei daher auf absehbare Zeit keine hohe Inflation zu befürchten.

Besonders stark kletterten zum Vorjahr die Preise für schweres Heizöl (plus 13,7 %), elektrischen Strom (plus 8,0 %) und Erdgas (plus 18,1 %). Kraftstoffe kosteten 4,3 % mehr. Im August 2003 war der Preis für ein Barrel (das Fass zu 159 Liter) der Nordsee-Rohölsorte Brent vorübergehend auf über 29 Dollar gestiegen, während die Preise im August 2002 noch um 23 Dollar gependelt waren. Unter anderem verzeichneten die Statistiker auch bei Weizenmehl und Roheisen deutliche Preissteigerungen. Billiger als vor einem Jahr waren dagegen Zement (minus 15,7 %), mehrlagige Papiere und Pappen (minus 12,1 %) und Zeitungspapier (minus 7,0 %).

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