Es geht aufwärts
Frühlingsgefühle auf dem Binnenmarkt

Die Anzeichen für eine Belebung der Inlandsnachfrage nehmen zu. So rechnen nicht nur Handelsunternehmen wegen der am Jahresende erwarteten Vorzieheffekte im Rahmen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung mit steigenden Umsätzen. Auch der Investitionsstau löst sich auf und inlandsorientierte Sektoren der Industrie kommen in Gang. Das zumindest signalisieren Konjunkturindikatoren.

DÜSSELDORF. Die Produktionsentwicklung habe sich in den konjunkturell besonders bedeutsamen Wirtschaftsbereichen der Industrie und im Bauhauptgewerbe spürbar beschleunigt, ließ das Bundeswirtschaftsministerium jüngst wissen. „Ein Blick auf die zuletzt kräftigen industriellen Umsatzzuwächse zeigt, dass die Auftriebskräfte hier mittlerweile nahezu ebenso stark aus dem Inland wie aus dem Ausland kommen.“ Neben der Industrie habe vor allem die Bauwirtschaft zur Konjunkturbelebung beigetragen, bekräftigte die Bundesbank in ihrem gestern vorgelegten Juli-Bericht. Da auch die Aufwendungen für Maschinen und Anlagen gestiegen sein dürften, seien im Frühjahr die Investitionen „der Hauptmotor des Wirtschaftswachstums“ gewesen. Die Investitionen haben der Bundesbank zufolge im Frühjahr die Exportwirtschaft als Hauptwachstumstreiber der deutschen Wirtschaft abgelöst.

Die Hersteller von Konsumgütern verzeichneten nach dem kräftigen Anstieg der Erzeugung im April zuletzt zwar keine nennenswerte Veränderung. Sie verbuchen aber kontinuierlich zunehmende Aufträge, zuletzt im Mai um 1,6 Prozent. Dies deute darauf hin, „dass der private Konsum im laufenden Jahr eine Stütze der Konjunktur sein dürfte“, analysiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Auch in der Euro-Zone haben der zunehmende private Verbrauch und gleichzeitig steigende Investitionen für „Frühlingsgefühle der Binnennachfrage“ gesorgt, wie das Ifo-Institut sowie italienische und französische Kollegen erkannt haben wollen. Speziell für Deutschland gewinnt diese Vorhersage vor allem durch die Schwäche des privaten Konsums in den vergangenen Jahren bei seiner gleichzeitig hohen Bedeutung für die hiesige Wirtschaft an Relevanz. Der Anteil des privaten Verbrauchs am gesamten Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei gut 60 Prozent. 2005 hatte er jedoch keinen Wachstumsbeitrag geliefert, 2003 und 2004 einen geringen und 2002 wachstumsdämpfend gewirkt.

Seite 1:

Frühlingsgefühle auf dem Binnenmarkt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%