EU-Beitrittsländer, Türkei und Asien werden immer wichtiger
Exportplus im nächsten Jahr schwächer

Laut DIHK wird der deutsche Exportplus im nächsten Jahr um drei Prozent auf sechs Prozent fallen. Vor allem die schwächere Entwicklung in den USA und Europa macht den deutschen Exporteuren zu schaffen. Aber andere Länder federn die negative Entwicklung ab.

HB WIESBADEN. Die Bedeutung der neuen EU-Beitrittsländer für die deutschen Exporte nimme deutlich zu. Der DIHK erwartet einen Anstieg der deutschen Exporte in diese Länder um 8,5 Prozent im kommenden Jahr, während sich die Exporte in die anderen EU-Mitgliedsstaaten mit 4 Prozent nur unterdurchschnittlich entwickeln werden. Dies spiegelt nach Einschätzung des DIHK das voraussichtlich langsamere Wachstum Westeuropas wider. Für die Eurozone rechnet der DIHK im Jahr 2005 mit einem Wachstum von 2,0 Prozent.

Vor dem Hintergrund des geringeren Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA erwartet der DIHK einen Anstieg der deutschen Exporte im Jahr 2005 um knapp 4 im Vergleich zu 7,5 Prozent im laufenden Jahr. Diese schwächere Exportentwicklung berücksichtige auch die Risiken einer weiteren Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Die Länder Asiens versprechen laut Umfrage Export-Zuwachsraten von 11,0 Prozent im Jahr 2005 nach prognostizierten 17,0 Prozent für das laufende Jahr. Erstmals seit der Asien-Krise überspringe der deutsche Export damit die Marke von 10 Prozent.

Insgesamt rechnet der DIHK laut Umfrage mit einem weltwirtschaftlichen Wachstum im kommenden Jahr von rund 3,0 Prozent nach 3,5 Prozent im Jahr 2004. Als Ursache für die Abschwächung nennt der DIHK hohe Ölpreise sowie eine Änderung des fiskal- und geldpolitischen Kurses, vor allem in den USA und China.

Der Außenhandel bleibt nach Einschätzung des DIHK für die deutsche Wirtschaft auch im kommenden Jahr ein wichtiger Eckpfeiler. Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, wie beispielsweise die Verlängerung der Arbeitszeiten stützten die Exportchancen Deutschlands. Allerdings werde der Beitrag des Außenhandels zum deutschen Wirtschaftswachstum im Jahr 2005 nur noch ein Drittel Prozentpunkt betragen nach mehr als einem Prozentpunkt in diesem Jahr.

Die deutschen Exporte in die Türkei haben im ersten Halbjahr diesen Jahres stark zugelegt. Die Ausfuhren in die Türkei seien in den ersten sechs Monaten um fast 50 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Der Warenwert habe knapp sechs Milliarden Euro betragen. Gleichzeitig beliefen sich die Einfuhren aus der Türkei auf 3,7 Mrd. Euro, knapp fünf Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2003. In der Rangliste der wichtigsten Handelspartner Deutschlands belegte die Türkei 2003 mit knapp neun Mrd,. Euro den 18. Platz bei den Ausfuhren und mit 7,2 Mrd. Euro den 21. Platz bei den Einfuhren.

Von den in die Türkei exportierten Gütern waren 2003 ein gutes Fünftel Maschinen, ein Fünftel Kraftwagen und Kraftwagenteile und ein weiteres knappes Fünftel Chemische Erzeugnisse. Von den Importwaren aus der Türkei war die Hälfte Bekleidung und Textilien. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) entscheiden voraussichtlich im Dezember über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

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