EU-Importzölle
USA siegen im Bananen-Streit

Die Welthandelsorganisation hat die EU-Importzölle für Bananen verurteilt. Damit habe Organisation einer Beschwerde der USA stattgegeben, berichteten mit der Angelegenheit befasste Beamte der WTO. Brüssel bestätigte die Niederlage.

HB GENF. Die USA können damit Strafzölle gegen europäische Waren im Wert von mehreren Millionen Euro verhängen. Die EU-Kommission bestätigte das Ergebnis des Schiedsspruchs. Die EU kann noch Berufung gegen den Schiedsspruch einlegen.

Das US-Handelsministerium zeigte sich in einer Stellungnahme erfreut. „Das ist das zehnte Verfahren gegen die EU. Wir hoffen dass die EU nun endlich Importregelungen für Bananen erlässt, die in Einklang mit den WTO-Vorschriften stehen“, hieß es in Washington.

Der Streit um Importzölle für Bananen zwischen der EU, Staaten Lateinamerikas und den USA zieht sich bereits seit 1996 hin. Die EU fördert den Bananenanbau innerhalb Europas, zumeist auf spanischen oder französischen Inseln, und hat daher wiederholt versucht, den Markt mit Zöllen auf billigere Bananen aus Amerika abzuschirmen.

Auch die bevorzugte Behandlung von Bananen aus ehemaligen französischen und britischen Kolonien, den sogenannten AKP-Staaten, wurde von der WTO wiederholt bemängelt. Zuletzt hatte die WTO im Dezember die EU zugunsten Ecuadors, dem weltgrößten Bananenproduzenten, verurteilt. Auch in diesem Fall kann die EU noch Berufung einlegen.

Ein Sprecher der EU-Landwirtschaftskommissarin Marian Fisher Boel bedauerte die Entscheidung und erklärte, dass die abgelehnten Zölle gar nicht mehr in Kraft seien. Mit Jahresbeginn hatte die EU ihr Zollsystem erneuert. Seit 2006 verlangte die EU beim Import von einer Tonne Bananen eine Einfuhrgebühr von 176 Euro.

Bananen aus Südamerika haben derzeit einen Marktanteil von 60 Prozent in der EU, 20 Prozent entfallen auf die EU-Eigenproduktion, der Rest kommt aus den AKP-Staaten. Der Aktienkurs des amerikanischen Bananen-Giganten Chiquita stieg nach Bekanntwerden der Entscheidung im vorbörslichen Handel auf 17 Dollar - ein Anstieg von 2,2 Prozent.

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