EU und Eurozone
Wirtschaftsstimmung auf Tiefststand seit 2005

Die beiden wichtigen Indizes für die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone und der Europäischen Union sind unter ihren langjährigen Durchschnitt gesunken – lediglich in einem Sektor stieg die Zuversicht leicht.

HB BRÜSSEL. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Juni unerwartet stark eingetrübt. Der am Freitag von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung sank auf 94,9 Punkte von revidiert 97,6 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Indexrückgang auf lediglich 96,0 erwartet. Für die gesamte Europäische Union (EU) wurde für den Indikator ein Rückgang auf 94,6 Punkte von zuvor 97,1 ausgewiesen.

Der Sammelindex zur Wirtschaftsstimmung umfasst die Einschätzung von Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistungsgewerbe sowie das Verbrauchervertrauen und die Entwicklung des Einzelhandels in der EU.

Für Deutschland ging der Index im Juni um 1,5 Punkte auf 101,5 zurück. Für Frankreich wurde eine Abnahme um 2,7 Punkte auf 98,5 berichtet. In Italien sank der Index zur Wirtschaftsstimmung um 0,1 Punkte auf 95,0. Einen starken Rückgang wies der Index für Spanien mit minus 6,2 Punkten auf 73,0 auf.

Die Zuversicht der Industrie in der Eurozone ging überraschend deutlich zurück. Der Indikator fiel auf minus 5 von zuvor minus 2, während Volkswirte eine Eintrübung auf lediglich minus 3 prognostiziert hatten. Für die gesamte Union wurde ein Rückgang auf minus 4 von zuvor minus 3 ausgewiesen.

Auch das Verbrauchervertrauen, das 20 Prozent des Gesamtindex ausmacht, schwächte sich im gemeinsamen Währungsraum stärker ab als erwartet. Es sank auf minus 17 von minus 15, während Ökonomen einen Rückgang auf minus 16 erwartet hatten. Für die gesamte EU belief sich dieser Index auf minus 17 nach minus 14 im Mai.

Schlechter fiel in der Eurozone im Juni auch der Stimmungsindex für den Einzelhandel aus, auf minus 4 nach minus 1. Lediglich im Dienstleistungssektor stieg die Zuversicht leicht, auf plus 9 von plus 8. Der Index für die Bauwirtschaft fiel auf minus 11 von minus 9 im Vormonat.

Beim Industrievertrauen wurde für Deutschland eine deutliche Verschlechterung auf minus 2 von zuvor plus 2 ausgewiesen. Für Frankreich stellte sich der entsprechende Index auf minus 5 von minus 4. Während sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland mit minus 4 stabil zeigte, ging es in Frankreich auf minus 22 von minus 18 zurück.

Bei der im März und April durchgeführten halbjährlichen Umfrage zu den Investitionsplänen ergab sich, dass die befragten Manager im laufenden Jahr eine Ausweitung des Investitionsvolumens gegenüber 2007 erwarten. 2008 wird mit einer Zunahme der realen Investitionen im Euroraum um sechs Prozent und in der EU um fünf Prozent gerechnet. Bei der vorigen Umfrage im vierten Quartal 2007 waren für beide Wirtschaftsräume Zuwachsraten von lediglich drei Prozent erwartet worden.

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