Euro auf Rekordhoch
US-Verbrauchervertrauen stark eingetrübt

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im September stärker abgekühlt als erwartet. Das Verbrauchertrauen fiel auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Der Index gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der Euro reagierte prompt. Händler sprachen von einem „schlechten Zeichen“.

HB NEW YORK. Der Index für das US-Verbrauchervertrauen rutschte auf 99,8 von revidiert 105,6 Zählern im August, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf lediglich 104,0 Punkte gerechnet.

Der Erwartungs-Index fiel auf 85,2 von 89,2 Zählern im August. Der Index der gegenwärtigen Lage ging auf 121,7 von revidierten 130,1 Punkten im Vormonat zurück.

„Das schwächere Wirtschaftsumfeld und die ungünstige Entwicklung am Arbeitsmarkt belasten die Stimmung der Verbraucher und erhöhen das Gefühl der Unsicherheit“, erklärte Lynn Franco, die Herausgeberin der Studie. Auch mit Blick auf die Zukunft erwarteten die Konsumenten wenig Verbesserung.

Auch die Zahl der Hausverkäufe gab bei sinkenden Preisen deutlich nach. Besonders der Baubranche setzt die Krise immer stärker zu: Obwohl der Immobilienkonzern Lennar inzwischen mehr als ein Drittel seiner Stellen abgebaut hat, schrieb er im abgelaufenen Quartal tiefrote Zahlen. Auch die Baumarkt-Kette Lowe's und die Supermarktkette Target senkten ihre Umsatzprognosen.

Der Euro reagierte prompt auf die Verbraucher-Daten. Die Gemeinschaftswährung knackte am Nachmittag erstmals die Marke von 1,4150 Dollar und kletterte bis auf 1,4153 Dollar. Händler sprachen von neu aufkommenden Zinssenkungsfantasien. „Spekulationen auf Zinssenkungen sind nach wie vor im Markt. Die Leute sind bereit zu glauben, dass etwas nachkommt“, sagte ein Devisenexperte mit Blick auf die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank Fed.

Der Dax zeigte sich nur kurz beeindruckt. Für den deutschen Aktienindex ging es bis zum Abend um 0,24 Prozent auf 7769,44 Zähler nach unten, damit erholte sich der Leitindex jedoch von seinem Tagestief bei 7717,44 Zählern. „Man sollte die Angaben aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sollte sich ein Trend daraus bilden, wäre dies ein schlechtes Zeichen für die Entwicklung der US-Konjunktur“, meinte ein Teilnehmer. An der Wall Street drückte der kräftige Rückgang auf die Stimmung. Der Dow Jones verlor in der ersten Handelsstunde 0,14 Prozent auf 13.739 Zähler.

Auch in Deutschland drückt die Finanzmarktkrise auf die Stimmung: Der »  Ifo-Geschäftsklimaindex für die größte Volkswirtschaft Europas fiel im September das vierte Mal in Folge. Der Rückgang war überraschend deutlich.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, warnte davor, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu einer übertriebenen Marktkorrektur führen könnten. Die EZB beobachte die Entwicklung weiterhin aufmerksam, um zu gewährleisten, dass sich die Bedingungen geordnet normalisierten, bekräftigte der Notenbanker in einem Interview mit der schweizerischen Zeitung „L'Agefi“.

Die Notenbanken haben Trichet zufolge angemessen auf die Kreditkrise reagiert. „Die Zentralbanken haben getan, was unter diesen Umständen notwendig ist“, erklärte Trichet. Während die EZB ihre für September signalisierte Zinserhöhung nicht vornahm, senkte die Federal Reserve ihren Leitzins jüngst um 50 Basispunkte. Beide Notenbanken griffen zudem dem Geldmarkt mit kurzfristigen Liquiditätsspritzen unter die Arme. Die US-Notenbank und die EZB seien sich einig, dass die Gewährleistung von Preisstabilität eine notwendige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Stellenzuwächse darstelle, sagte Trichet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%