Euro auf Rekordkurs
Trichet gefallen Wechselkurs-Ausschläge gar nicht

Nach den Worten des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sind die jüngsten Schwankungen des Euro-Kurses zum Dollar schon fast brutal.

HB BASEL. Der Euro war zuvor auf ein neues Rekordhoch zum Dollar geklettert und sank nach den Äußerungen etwas. Allerdings erwarteten Analysten nicht, dass solche Äußerungen die Kurse nachhaltig beeinflussen können.

„Die jüngsten Schwankungen, die im Devisenhandel des Euro zum Dollar schon fast brutal sind, sind vom Standpunkt der EZB aus nicht willkommen“, sagte Trichet bei der Pressekonferenz der Zentralbankchefs der zehn wichtigsten Industrie- und Entwicklungsländer (G-10) in Basel. Er stellte klar, er spreche lediglich als Präsident der EZB, nicht als Vorsitzender der G-10. Bei dem Treffen der Notenbanker sei über die Auswirkungen der Devisenkursschwankungen nicht beraten worden.

Der Euro war zum Wochenbeginn auf ein Rekordniveau von 1,2985 Dollar gestiegen. Nach den Äußerungen des EZB-Chefs notierte er mit 1,2932 Dollar. „Trichet wollte den Euro-Kursanstieg offenbar kurzfristig bremsen“, sagte Analyst Christian Pohl vom Online-Devisenbroker FXdirekt. „Der längerfristige Erfolg ist jedoch fraglich. Der Markt will die 1,30 Dollar sehen.“ Im Januar, als der Euro sich zum ersten Mal in Richtung 1,30 Dollar bewegt hatte, hatte Trichet bereits den Ausdruck „brutal“ verwandt, um den starken Kursanstieg der Gemeinschaftswährung zu dämpfen. Eine Intervention der EZB zum Stopp der aktuellen Aufwertung des Euro erwarteten Marktteilnehmer vorerst aber nicht. Pohl betonte, dass erst Kurse von 1,35 bis 1,40 Dollar die europäische Exportbranche deutlich belasten würden.

Mit Blick auf die Weltwirtschaft sagte Trichet, diese werde sich im kommenden Jahr weiterhin dynamisch entwickeln, allerdings unter dem Wachstumsniveau dieses Jahres zurückbleiben. „Das nächste Jahr wird auch sehr dynamisch sein, weniger dynamisch als dieses Jahr, aber immer noch dynamisch.“

Den jüngsten Rückgang der Ölpreise begrüßte der Notenbankchef als „ermutigend“. Allerdings wünschte er sich weiter sinkende Preise für den wichtigen Energierohstoff. „Je größer die Entspannung ist, die wir am Ölmarkt beobachten, desto besser wird das für die gesamte Weltwirtschaft und für jede einzelne Volkswirtschaft sein“, stellte Trichet fest. Bislang seien noch keine so genannten Zweitrundeneffekte der hohen Ölpreise erkennbar geworden. Trichet bekräftigte aber die Notwendigkeit für Notenbanker, weiterhin wachsam zu bleiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%