Euro-Hoch
Kein Grund zum Jammern

Der Euro ist so teuer wie nie zuvor: Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Dienstag über 1,37 Dollar. Noch gibt sich Exportwirtschaft gelassen. Auch Konjunkturexperten sehen keine Gefahren für deutsche Unternehmen – im Gegenteil.

HB DÜSSELDORF. Der Kurs des Euro ist am Dienstag auf einen neuen Rekordstand zum Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte am Nachmittag über 1,37 US-Dollar. Der letzte Höchststand der noch relativ jungen Währung wurde am 27. April 2007 mit 1,3682 Dollar erreicht, der niedrigste Stand wurde im Oktober 2000 mit 0,82 Dollar registriert.

Der Höhenflug setzt vor allem die Exportwirtschaft unter Druck. Doch die regaierte überwiegend gelassen. Ein Sprecher des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA) sagte, der Anstieg auf mehr als 1,37 Dollar liege „nach wie vor im Trend“. Auch der Sprecher des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Thomas Hüne, meinte, viele Exporteure, die hauptsächlich im Euro-Raum aktiv seien, könnten gelassen bleiben.

Laut BGA verläuft die Euro-Dollar-Entwicklung - trotz des ungewöhnlich starken Anstiegs am Dienstag - insgesamt „berechenbar, nicht abrupt“. Der Branchenverband rechne sogar mit einem weiteren Anstieg. „Die Firmen konnten sich darauf einstellen, und sie haben das auch gemacht. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.“ BDI-Sprecher Hüne erklärte zudem: „Und man muss auch bedenken: Auf der anderen Seite verbilligen sich Importe, etwa Öl.“

Auch Konjunkturexperten geben mit Blick auf die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen Entwarnung. „Es ist eine Dollar-Schwäche“, sagte Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sorgen um den Hypothekensektor in den USA belasteten den Greenback ebenso wie die Ertragswarnung der größten US-Baumarktkette Home Depot. Sie schürt Sorgen vor einem Abflauen des Gewinnwachstums. Das wiederum heizt Spekulationen über Zinssenkungen in den USA an. Da in der Euro-Zone die Zinsen weiter steigen dürften, wird sich das Zinsniveau angleichen.

Derzeit liegt der US-Notenbankzins bei 5,25 Prozent, der in der Euro-Zone bei vier Prozent. Höhere Zinsen locken Auslandsgelder an und verteuern damit die Währung. „Bis zur Marke von 1,40 Dollar werden wir laufen“, sagt Christian Pohl, Chef des Researchs bei der FX direkt Bank.

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