Euro-Krise
Deutschland zahlt hohen Preis für seine Erfolge

Das Wachstum im zweiten Quartal könnte die vorerst letzte positive Nachricht für Deutschland gewesen sein. Andere vermeintliche Erfolge wie der hohe Handelsüberschuss sind dagegen trügerisch. Sie bergen große Gefahren.
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DüsseldorfDie heutigen Wachstumszahlen fielen besser aus als erwartet. Um immerhin 0,3 Prozent ist die deutsche Wirtschaft zwischen April und Juni gewachsen - stärker als die meisten Experten erwartet hatten. "Das Wachstum ist recht solide ausgefallen," kommentiert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die Zahlen. Gleich im nächsten Satz jedoch schränkt er ein: "Bis auf weiteres dürfte das aber die letzte positive Nachricht gewesen sein aus Deutschland." Krämer geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Sommer schrumpft.

Wichtige Frühindikatoren deuten schon lange darauf hin. Sie sind im Frühjahr abgestürzt. Die Auftragseingänge sinken bereits seit Mitte 2011, und auch der Einkaufsmanagerindex fällt seit Monaten.

Bei genauerem Hinsehen gehen auch von den heutigen Zahlen einige beunruhigende Signale aus. "Ein Warnsignal sehen wir bei den Ausrüstungsinvestitionen. Die sind wohl das zweite Mal in Folge zurückgegangen. Die Firmen reagieren sehr empfindlich auf die sich abzeichnende konjunkturelle Verlangsamung in der Weltwirtschaft," sagt Unicredit-Ökonom Andreas Rees.

In einem Bericht zur wirtschaftlichen Lage hatte das Bundeswirtschaftsministerium jüngst vor Rückschlägen für die deutsche Wirtschaft gewarnt. „Die weiteren Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben erst einmal verhalten und sind mit erheblichen Risiken behaftet“, heißt es. „Vor allem die Schuldenkrise in einigen Ländern des Euroraums wirkt erneut belastend, schürt Verunsicherung und führt zu Zurückhaltung in der Wirtschaft.“

Im Gegensatz dazu hatten Optimisten zuletzt immer wieder auf andere vermeintliche Erfolge verwiesen. Deutschland profitiere von der Euro-Krise, lautete ihr Credo. Warum? Weil es in diesem Jahr wahrscheinlich den weltweit höchsten Handelsüberschuss aufweist, der deutsche Staat sich zu unfassbar günstigen Konditionen finanzieren kann und die Inflation so niedrig ist wie lange nicht mehr.

Das stimmt zwar alles, doch mit den vermeintlichen Erfolgen sind erhebliche Gefahren verbunden. Jeder Vorteil hat auch eine riskante Kehrseite.

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  • "Herr" Sobottka schreibt

    "Es gibt keine Vernünftigen, die an Systemerhaltung interessiert wären, denn die Systeme sind Systeme gnadenloser Herrschaft der Großkapitalisten, die sich Staaten und Institutionen zu Marionetten gemacht haben."

    Nun hat sich das kapitalistische System längr erhalten, als jedes andere System. Selbst arbeitsunwillige, wie "Herr" Sobottka werden in dem System noch ernährt.
    http://dasgewissen.wordpress.com/
    Jede Systemänderung dürfte das Todesurteil für "Herrn" Sobottka bedeuten, da ihn dann die redlich arbeitende Bevölkerung, von der er lebt ans Kreuz nageln wird.

  • Deutschland bereichert sich auf Kosten der anderen

    Der Einwand, dass es Deutschland ja besser gehe und deshalb die anderen das deutsche Modell einführen sollten, ist jedoch, wie der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Professor Larry Summers sagte, "ein Musterbeispiel für einen Denkfehler": Was für einen Einzelnen gut ist, ist nicht notwendigerweise für alle gut. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 beständig verbessert, allerdings um den Preis einer jahrzehntelangen Quasi-Stagnation. Heute führt diese Wettbewerbsfähigkeit dazu, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Euro-Partner bereichert und zugleich den Ast absägt, auf dem es sitzt.

  • @ popper

    Was reden Sie da eigentlich für wirres Zeug? Ideologischer Schatten? Ich bin in keiner Partei oder sonstigen Interessengruppe und mit liegt nichts ferner als Ideologien. Von links und rechts habe ich überhaupt nichts geschrieben!
    Was für ein "Paradoxon" soll den Bitte in der Einschätzungsprärogative des Gesetzgebers liegen, die nebenbei sehr wohl ihre Grenzen im Grundgesetz, der EMRK, dem unionalen Primär- und Sekundärrecht sowie sonstigen völkerrechtlichen Verträgen, die die BRD abgeschlossen hat, findet?!?

    Das bedeutet,dass das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, in das sie mal reinschauen sollten, und im Übrigen seit den 70er Jahren besteht, keinerlei Bedenken im Hinblick auf alle diese aufgezählten höherrangigen Rechtsquellen ausgesetzt ist. Genau DAS erzähle ich hier!

    Mit der Flexibilisierung der Leiharbeit sind in der BRD hunderttausende Jobs erst geschaffen worden. Die würde es ohne Leiharbeit nicht geben. Fragen Sie mal einen Leiharbeiter, ob er lieber arbeitslos wäre, als Leiharbeiter zu sein: Natürlich nicht, sonst wäre er ja arbeitslos und nicht Leiharbeiter!

    Über Hartz 4 Gesetzgebung oder staatliche Interventionen im Allgemeinen ist hier weder das Thema, noch der Platz um darüber zu schreiben.

    Man Sie sind einfach zu schlecht informiert und werfen alle möglichen Dinge durcheinander...

    Leiharbeit kann man kritieren: aber die Kritik beschränkt liegt im Wohlfühlbereich der Leute (keine soziale Einbinung in die Belegschaft; teilweise schwarze Schafe etc.) und rechtfertigt keinesfalls eine Abschaffung dieses Instituts. Es sind doch gerademal 1, 8 % der Beschäftigten in der BRD Leiharbeiter! So sieht es auch der Gesetzegeber der letzten 30 Jahre! (aber ja alles Vollidioten und Verschwörer oder?!) Unternehmen, die ihre Leute ausbeuten gibts auch ohne Leiharbeit (siehe Zustellungsbranche) und sie gehören genauo dicht gemacht wie jede kriminelle Vereinigung.

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