Euro-Krise

IG Metall fürchtet Wirtschaftskrise

Die IG Metall befürchtet eine Rezession, die Weltbank kritisiert die deutsche Politik: Die Euro- und Finanzmarktkrise beunruhigt auch die Realwirtschaft immer stärker. Italiens Notenbank-Vize bangt um die Weltwirtschaft.
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Der Erste Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber warnt vor einer Wirtschaftskrise. Quelle: dapd

Der Erste Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber warnt vor einer Wirtschaftskrise.

(Foto: dapd)

Berlin/HannoverIG-Metall-Chef Berthold Huber hat vor den Folgen einer erneuten Bankenkrise gewarnt. „Wenn ich mir die Entwicklung an den Finanzmärkten anschaue, dann halte ich es für möglich, dass wir schon wieder kurz vor dem Abgrund stehen“, sagte Huber der „Berliner Zeitung“ (Samstag). „Eine Bankenkrise könnte schnell auf die Realwirtschaft übergreifen. Das haben wir ja 2008 erlebt.“ Zu befürchten sei, dass Unternehmen nicht mehr ausreichend mit Krediten versorgt werden.

Der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstag) sagte Huber, dass möglicherweise sogar „über Nacht eine Liquiditätskrise der Unternehmen“ drohen könnte. Für diesen Fall rege er an, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung an Arbeitsmarktinstrumenten wie der Kurzarbeit festhält. Die Erleichterungen für die Unternehmen bei der Kurzarbeit hätten nicht zurückgenommen werden dürfen.

Die IG Metall kommt am Sonntag zu einem mehrtägigen Gewerkschaftstag in Rheinstetten zusammen. Dabei steht auch Hubers Wiederwahl an der Spitze der größten deutschen Industriegewerkschaft an.

Hubers Vize Detlef Wetzel griff in der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstag) die Arbeitgeber scharf an. Das Verhältnis sei inzwischen „leider alles andere als harmonisch“. Die Strategie der Arbeitgeber, prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, Werkverträge und befristete Verträge zu fördern, sei ein „elementarer Angriff auf jegliche vernünftige Umgangsarten“. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte Wetzel die „Wegbereiterin von schlecht bezahlter Leiharbeit“.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Bankenverbandes, Michael Kemmer, hat sich dagegen zuversichtlich gezeigt, dass die Finanzmarktkrise geregelt werden kann - vorausgesetzt Politik und andere Beteiligte hielten klaren Kurs. In einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstagsausgabe) sagte Kemmer, die europäischen Regierungen hätten mit der EFSF-Reform und dem zweiten Griechenlandpaket „ein durchaus überzeugendes Instrumentarium vorgelegt, um die Krise Schritt für Schritt in den Griff zu kriegen“. „Nun heißt es Kurs halten und ein klares Signal für Europa und den Euro senden.“

Weltbank-Spitze kritisiert Bundesregierung
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38 Kommentare zu "Euro-Krise: Die Angst vor dem nächsten großen Knall greift um sich"

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  • Herr Kemmer hat unrecht, wenn er sagt, dass die richtigen Schlussfolgerungen getroffen wurden. Weder eine Regulierung noch eine Stärkung hat stattgefunden. Es sind faule Papiere in Bad Banks verschoben worden, aber es hat nichts gebracht außer Zeit zu schinden. Jetzt muss wieder eine große Bankenrettung her, wo wir doch jetzt schon nur die Banken retten.
    Das Problem wird auch so nicht zu beheben sein, weil der ganze Ansatz falsch ist. Hierzu ein Kommentar des amerikanischen Ökonomen Dr. WebsterG Tarpley: http://www.barth-engelbart.de/?p=1078
    J. Stigliz und weitere Internationale Wirtschafts und Finanzökonomen gehen in die gleiche Richtung. Nur hier macht man uns eine große Geschichte vor, und ist Gängelband der Banken. Die Nullnummern im europäischen Finanzzirkus sind so manipuliert, dass Sie selbst nicht mehr verstehen, was sie da tun. Allen voran Fr. Merkel und Hr. Sarkosy. Traulich das Ganze.

  • "Die Ragingagenturn Moody's erwägt eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Belgiens. Grund sind die massiven Finanzprobleme der französisch-belgischen Großbank Dexia. Bedenklich seien für Belgien neben möglichen künftigen Hilfszahlungen an schwächelnde Banken und verschuldete Euroländer außerdem eine zu erwartende schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Bonität des Landes werde ab sofort "auf eine mögliche Herabstufung hin geprüft", teilte die Ratingagentur mit. Damit steht eine Entscheidung in den nächsten 90 Tagen an. Aktuell bewertet die Agentur das Land mit "Aa1" und damit lediglich eine Stufe unter der Spitzenbonität von "AAA", die beispielsweise Deutschland hat. Auch S&P sowie Fitch stufen Belgien auf diesem Niveau mit einem negativen Ausblick ein."


    Mehrere deutsche Spitzenpolitiker haben sich für eine dringende, sofortige Rekapitalisierung aller Banken in der Euro-Zone ausgesprochen. Man spricht sogar von Zwangskapitalisierung.

    Dem obigen Argument folgend dürften dann alle EURO-Staaten wegen der Bankenrekapitalisierung weitere Abwertungen durch die Ratingagenturen bekommen.

    Es wird mächtig krachen im Euro-Gebälk.
    KfW-Chef Ulrich Schröder schätzt die Lage der Finanzmärkte dramatischer als nach der Lehman-Pleite ein.

    Das Volk sollte endlich auf die Strasse gehen wie in USA.

    Was sagt ein Neoliberaler zu der Bewegung?

    "New Yorks Bürgermeister Bloomberg wirft der Anti-Wall-Street-Bewegung vor, Arbeitsplätze in der Stadt vernichten zu wollen. "Sie gefährden die Jobs der in der Stadt arbeitenden Leute", sagte der Bürgermeister.



  • .
    das muß aber jetzt sein, zur Klarstellung

    margrit,
    sind sie sich sicher, daß wir von der selben Enteignung sprechen?
    Ihre persönlich kapitale Enteignung interessiert mich ein Sch....dreck ?
    .

  • Die Vollkaskomichels lesen hier leider nicht mit!

  • Ich lebe nach dem Motto: Hoffe das Beste, befürchte das Schlimmste!

    Wie diese Verschuldungskrise noch einen positiven Ausgang haben könnte, bleibt mir allerdings verschlossen. Die Politiker haben die Schulden so lange aufgebaut, bis wirkklich nichts mehr geht. Nun suchen sie die Sündenböcke in allen anderen Sparten.

    Bitte alle mal folgendes mitlesen, auch die Redakteure des HB:
    http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2011/10/spains-net-foreign-debt-exceeds-one.html

    Da bleibt einem die Spucke weg!

  • Marcus Tullius Cicero, 42 v.Chr.

    Gab es damals auch schon Stasis? Die unterwanderte Republik - Stasis im Westen.
    http://siggi40.magix.net/website#STASI-Nostra

  • Die Angst vor dem nächsten großen Knall greift um sich
    ----
    hoffentlich ,dem sehe ich mittlerweile gelassen entgegen, dann wird die Gier der Banker und der Polis endlich durch die Angst abgelöst. Die tut wenigstens etwas weh.
    Die entscheidende Schlacht naht also bald.
    Ein blog schreibt sogar :
    Wenn sich die Euro-Chefs nicht bis zum EU-Gipfel am 17. und 18. Oktober einigen, könnte die Eurozone endgültig ins Stadium der Auflösung übergehen
    -------
    Auflösung- na endlich, hoffentlich ist dann der Spuk zu Ende.
    Das wäre dann der große Knall, je schneller der kommt , um so besser. Ich habe die Nase gestrichen voll von diesem Affen-Theater, von dieser Betrugsmaschinerie, alles ist auf Sand gebaut- nur zur Bereicherung einiger Weniger-- der Banken - Politiker u. ähnliche Konsorten.
    Egal was kommt, schlimmer kann es nicht werden.
    Es gibt nur eine vernünftige Lösung: "TABULA RASA " und Neustart mit DM und Schluss mit der EU.
    Zurück zur nationalen Souveränität..
    Wir hatten vor dem Euro zu essen und werden es auch danach haben.
    Was die Nachkriegsgeneration aufgebaut hat, erwirtschaftet hat, hat die folgende Generation verbraten. Der Wohlstand wurde verheitzt.
    Nicht nur das, sie hat sogar noch das Frühstück der kommenden Generation- das unserer Kinder verprasst--auf Pump bis zum Anschlag..
    Mit dem Vorhandenen waren sie noch nicht zufrieden. Gelebt in Saus und Braus, Unsere Kinder sollen zahlen bis in Ewigkeit..
    Verdammte Bande. Scheert euch zum Teufel.

  • Hans Herbert von Arnim schrieb schon vor einigen Jahren sein Buch "Fetter Bauch regiert nicht gerne"
    Und ich glaube, genau das ist der Punkt.
    Unsere Politker sind zu gut versorgt, zu fett, zu träge. ASbgesichert, bis sich der Sargdeckel schließt, für nichts müssen sie Haftung übernehmen, für nichts müssen sie selber sorgen, alles zahlt der Bürger.
    Es sit doch kein Wunder, dass mehr und mehr grüne Jungs/Mädels direkt vom Hörsaal in den Plenarsaal ghen. Nirgendwo bekommen ie für so eine oberflächliche Arbeit so viel Geld.
    Und genau hier muß man ansetzen, diese Vollversorgung macht träge, faul.
    Das ist nichts andres wie in den Sozialhilfedynastien, die gehen auch nach dem Motto "das Geld vom Staat kommt ja"
    Unsere Politiker wissen ebenfalls "das Geld vom Steuerzahler kommt ja"
    Dann noch die viele Zuarbeit, die Lobbytätigkeiten, es ist ein übles Geflecht und hat mit Politik fürs Land nichts mehr zu tun

  • Eine Nation kann ihre Dummköpfe und sogar ihre Ehrgeizigen überleben, aber nicht Verrat von innen. Ein Feind am Tor ist weniger schrecklich, denn er ist bekannt und trägt seine Fahne für alle sichtbar. Der Verräter hingegen bewegt sich frei im Hause, sein listiges Geflüster raschelt durch alle Gänge und wird sogar in den Hallen der Regierung gehört. Der Verräter erscheint nicht als Verräter; er spricht die Sprache seiner Opfer, und er hat ihre Züge, trägt ihre Kleider; er spricht die Gefühle tief im Herzen dieser Menschen an. Er verdirbt die Seele des Landes. Er arbeitet im Geheimen, unbekannt, und untergräbt die Säulen des Hauses. Er verdirbt die Politik, so dass sie nicht länger widerstehen kann. Einen Mörder braucht man weniger zu fürchten.
    Marcus Tullius Cicero, 42 v.Chr.

  • Ich glaube, diese Antwort trifft genau den Punkit.
    Sie haben nur vergessen, zu sagen, dass die Politik da voll mit im Spiel ist. Dieses Spiel geradzu teilweise noch voran treibt
    Wer einen Ackermann mit nach Brüssel nimmt(Merkel) um beim Rettungspaket die Richtlinien zu diktieren, der ist mit im System der Deutschland- und Europa-Vernichtung.
    Wie konnte es so weit kommen? Diese Frage muß dringend gestellt werden.
    Dass nichtsnutzige Politiker seit mehr als 10 Jahren die Länder zerstören?
    Deutschand braucht ganz dringend diesbezüglich eine Analyse, ehe Sarrazins Buchtitel Wirklichkeit wird.
    "Deutschland schafft sich ab"

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