Euro-Krise : EZB setzt griechischen Banken enge Grenzen

Euro-Krise
EZB setzt griechischen Banken enge Grenzen

Die Europäische Zentralbank hat das Limit für Notkredite an griechische Banken um fünf Milliarden Euro erhöht. Das reicht gerade aus, um die Banken bis in die kommende Woche über Wasser zu halten.
  • 7

DüsseldorfDie Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Rahmen für Notkredite (ELA) für griechische Banken um fünf Milliarden Euro aufgestockt. Bei der Telefonkonferenz an diesem Donnerstag wurde dieser Beschluss gefasst, erfuhr das Handelsblatt aus Notenbankenkreisen (Freitagsausgabe). Das reiche gerade, um die Banken bis in kommende Woche hinein finanziell über Wasser zu halten,  heißt es in den Kreisen weiter. Kommenden Mittwoch entscheidet die EZB erneut über die ELA-Kredite.

Seit Mittwoch sind  griechische Banken  von den normalen Tendergeschäften der EZB ausgeschlossen,  weil die EZB  griechische Staatsanleihen und staatlich garantierte Bankanleihen nicht mehr als Sicherheit akzeptiert. Stattdessen bekommen die griechischen Banken die Liquidität hauptsächlich nur noch über ELA-Notkredite, die die griechische Notenbank vergibt.

Der in der vergangenen Woche aufgestockte Rahmen für ELA-Kredite sei bereits ausgeschöpft, heißt es in den Kreisen. Der Hauptgrund sei, dass viele Griechen ihre Konten räumten. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Unterdessen werden die Finanzprobleme Griechenlands größer: Die schlechte Zahlungsmoral der griechischen Steuerzahler reißt zu Jahresbeginn ein Milliarden-Loch in die Staatskasse. Mit 3,49 Milliarden Euro blieben die Steuereinnahmen im Januar rund eine Milliarde hinter den Vorgaben der Regierung zurück, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des Finanzministeriums hervorgeht. Offenbar hatten viele Griechen in Erwartung eines linken Wahlsieges am 25. Januar Steuerzahlungen zurückgehalten.

Insbesondere die ungeliebte Immobiliensteuer ist vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. Die neue Regierung des linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras will sie durch eine Abgabe auf Luxuswohnungen und Villen ersetzen. Die noch unter der Vorgänger-Regierung beschlossene alte Steuer wird jedoch vorerst noch eingezogen.

Mit den Einnahmeausfällen wird die Finanzlage der klammen Regierung noch prekärer. Sie muss sich bis Ende des Monats mit den internationalen Geldgebern über die Modalitäten weiterer Rettungshilfen einigen, ansonsten droht dem seit Jahren von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) über Wasser gehaltenen Land die Staatspleite.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krise : EZB setzt griechischen Banken enge Grenzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Frei nach M.Thatcher: Ich will unser Geld zurück! Wenn die Griechen keine Steuern zahlen, wieso sollen die europäischen Arbeitnehmer dafür Steuern zahlen? Tsipras und Varoufakis tingeln durch die Welt, um anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber in Griechenland ist nicht eine einzige Reform angegangen, und wird es auch nie, wenn man immer wieder Geld nachschießt. Die sollen erst mal ne Finanzbehörde aufbauen und Bürokratie und Vetternwirtschaft beseitigen, bevor sie sich an eurpäischen Steuergeld bereichern.

  • Nein, wenn man deutsche Druckmaschinen benutzt, sollte es ohen Probleme gehen.

  • "Ich finde es bemerkenswert, was die EU-Technokraten der griechischen Bevölkerung noch so alles zumuten wollen."

    Man muss bei der Krise glaube ich etwas wichtiges verstehen: Es gibt keinen realistischen Weg ohne Schmerzen für die Griechen aus der Krise. Wenn Griechenland überhaupt eine Zukunft haben möchte, dann sind Reformen unumgänglich. Die Europäer können den Griechen ein Stück entgegenkommen, aber die Hauptanstrengung müssen die Griechen selbst übernehmen.

    Wir können als Europäer im Moment nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten und innerhalb dieses Rahmens versuchen, etwas Druck von der Regierung zu nehmen, damit sie ihren Reformkurs weiterverfolgen kann, ohne dass sie vom Mob gelyncht wird.

    Für einen wirklich großen griechischen Wurf sind Tsipras und seine Mitstreiter leider viel zu ungeschickt, unerfahren und unvorbereitet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%