Euro-Krise: Top-Ökonom fordert Umschuldung Griechenlands

Euro-Krise
Top-Ökonom fordert Umschuldung Griechenlands

Der frühere EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hält eine Umschuldung Griechenlands für unausweichlich. Die Schuldenlast müsse restrukturiert werden, da die akute Gefährdung anderer Länder nicht mehr gegeben sei.
  • 3

HamburgDer frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, hält eine Umschuldung Griechenlands für unausweichlich. Es sei richtig gewesen, dem Land in der akuten Krise zu helfen, um deren Ausbreitung zu verhindern, sagte Issing dem Magazin „Spiegel“. „Sobald aber die anderen Länder außer Gefahr sind, müssen die griechischen Staatsschulden restrukturiert werden.“ Dies könne durch einen Schuldenschnitt passieren oder durch verlängerte Laufzeiten der Anleihen, „aber an einer Umschuldung führt kein Weg vorbei, da kann man rechnen, wie man will“. Issing wandte sich auch gegen geplante Ankäufe von Staatsschuldtiteln durch den europäischen Rettungsschirm. „Das ist der völlig falsche Weg."

Die europäischen Finanzminister beraten am Montag in Brüssel über den europäischen Krisenfonds für klamme Eurostaaten. Es geht dabei um die Aufstockung des derzeitigen Rettungsfonds auf 440 Milliarden Euro und die Ausstattung des künftigen Fonds, der 2013 stehen soll. Die Kassenhüter werden unter anderem über die Lastenteilung der Mitgliedstaaten sprechen. Sie bereiten damit den EU-Gipfel vor, der am Donnerstag und Freitag ein Gesamtpaket zur Euro-Absicherung unter Dach und Fach bringen will.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krise: Top-Ökonom fordert Umschuldung Griechenlands "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Vielleicht hilft ein Wort des Religionsstifters Martin Luther doch weiter:
    "Die Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, desto größer wird er."
    Das vermeintlich internationale Problem läßt sich durchaus auf den einzelnen Büger herunterdividieren, den griechischen wie den deutschen.
    Die mehr als ein Jahrzehnt von deutschen Regierungen hingenommene einseitige Benachteiligung des einzelnen deutschen Steuerzahlers im großen Europa mit seinen unsäglichen Fehlanlagen, -entwicklungen und -versorgungen wird in den kommenden zehn Jahren seine zerstörerische Wirkung "am Ganzen" erst zeitigen.
    Am Ende dieser zehn Jahre wird das Ende des Euros stehen. Herr Schäuble gab in einem Interview zum Besten, daß ihm noch keiner hat raten können, was denn besser zu tun sei. Nun gut, hier der Rat: Schon heute Vorsorge für die Zukunft treffen, in dem jedes der europäischen Mitgliedsstaaten damit endlich anfängt, seine Nationalwährung auch materiell vorzubereiten, sprich zu drucken, die staatstragenden Einrichtungen darauf vorbereitet, daß dieser Schritt prinzipiell verankert und möglich ist.
    Bezüglich der Restrukturierung Griechenlands ist am Zahlenwerk dieses ganzen Landes inzwischen nicht mehr eine einzige Ziffer real wiedergegeben.
    - Dies weiß Herr Issing ganz genau.

  • Fragt man sich, wie man aus Schulden was anderes machen kann als Schulden? Vielleicht eine neue Wortkreation wie: Negativeinnahmen. Jedenfalls trägt dies nicht zu einer positiven Entwicklung bei, unterstreicht den politischen Vertrauensverlust.

  • "Die Kassenhüter werden unter anderem über die Lastenteilung der Mitgliedstaaten sprechen"
    Wieviel davon wird Portugal, Irland, Island, Griechenland und Spanien tragen?
    Letztendlich läuft in der EU alles darauf hinaus, wie man DEUTSCHLAND am besten ausnehmen kann. Dabei sind die Nicht-Deutschen in den Begründungen sehr kreativ und unsere Vertreter kapieren es einfach nicht! Spätestens wenn Deutschland nicht mehr zahlen/bürgen KANN, dann lernen wir den wahren Charakter der EU-Mitglieder kennen!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%