Euro-Krise

Weltbank-Chef fürchtet globale Rezession

Bei seiner ersten großen Rede hat der neue Weltbank-Chef Kim eindringlich vor den Folgen der Euro-Krise gewarnt. Sollte sie länger anhalten, könne dies die Entwicklungsländer mehr als vier Prozent Wachstum kosten.
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Der neue Weltbank-Chef Jim Yong Kim. Quelle: AFP

Der neue Weltbank-Chef Jim Yong Kim.

(Foto: AFP)

WashingtonDie Weltbank hat vor weitreichenden Konsequenzen der europäischen Schuldenkrise für andere Weltregionen gewarnt. Selbst wenn es gelinge, die Euro-Schuldenkrise einzudämmen, könnte sie zu einem Wachstumseinbruch in den meisten Regionen der Erde um bis zu 1,5 Prozent führen, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in seiner ersten größeren Rede seit seiner Ernennung zu Monatsbeginn am Mittwoch in Washington.

Eine anhaltende große Krise in Europa könne das Bruttosozialprodukt in den Entwicklungsländern um vier oder mehr Prozent senken und damit eine globale Rezession auslösen, sagte Kim. "Solche Ereignisse bedrohen viele der in der Vergangenheit erreichten Fortschritte im Kampf gegen die Armut", sagte der Weltbank-Chef. "Um es deutlich zu sagen: Was heute in Europa passiert, betrifft den Fischer im Senegal und den Programmierer in Indien." Kim forderte die europäischen Staaten auf, alles daran zu setzen, die Stabilität ihrer Finanzmärkte wiederherzustellen.





  • rtr
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19 Kommentare zu "Euro-Krise: Weltbank-Chef fürchtet globale Rezession "

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  • Eine globale Rezession ist eine notwendige Folgeerscheinung eines Ablassens der globalen Schuldenkrise.

    Der Herr Kim fürchtet die Rezession wie der Säufer den Kater.

    Und mit "Wiederherstellung der Stabilität der Finanzmärkte" meint er offensichtlich eine Aufrechterhaltung des Alkoholspiegels von 1,5 Promille.

    Solange, bis das Koma eintritt.

  • Bravo

  • Die Eurokrise oder Schuldenkrise ist im Kern eine Systemkrise und müsste demzufolge auch anders behandelt werden. Unter www.rentenschutzverein.de (Schreiben an Parteien und dann das Schreiben Untergang des Turbokapitalismus ) ist das ausführlich dargelegt

  • PeterScholz1,

    erstens ist es längst üblich, dass öffentliche Haushalte nihct nur Investitionen, sondern auch laufende Ausgaben per Kredit finanzieren, auch die ständige beinahe-Pleite Griechenlands rührt ja nicht daher, dass der griechische Staat permanent investierte, zweitens habe ich mich nicht grundsätzlich gegen kreditfinanzierte Ausgaben ausgesprochen, sondern nur richtig gestellt, dass sie die Höhe des BIP manipulieren und damit auch u.a. die Beschäftigung.

    Vor diesem Hintergrund sind auch die "guten Zahlen" Deutschlands zu betrachten: Sehr weitgehend auf Schuldenluft gebaut, im In- wie im Ausland...

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • Je mehr der Staat spart, desto schneller kommt es zu einer deflationären Abwärtsspirale (Rezession).

    Warum das so ist, ist trivial: Alles gesparte Geld muss über Kredite zurück in den Geldkreislauf gelangen, anderenfalls bricht die Volkswirtschaft zusammen. Wird ein allgemeines Zwischentauschmittel mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) verwendet, steigen die Geldvermögen, die sich bei nur wenigen Prozent der Bevölkerung konzentrieren, über die Verzinsung (Liquiditätsverzichtsprämie) an, sodass auch die Verschuldung von Mittelstand und Staat exponentiell wachsen muss. Und wenn der mittelständischen Privatwirtschaft die Schulden bereits "Oberkante Unterlippe" stehen, muss sich der Staat weiter verschulden, um den Zinsgeldkreislauf aufrechtzuerhalten.

    Weniger trivial ist die Beantwortung der Frage, warum die einzige Möglichkeit zur Beendigung der "Finanzkrise" (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle), die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht" (Zitat: Silvio Gesell), vom so genannten "Normalbürger" und insbesondere von gewählten "Spitzenpolitikern" und an Hochschulen indoktrinierten "Wirtschaftsexperten" bis heute nicht verstanden wird: http://www.deweles.de

  • die weltbank ist nur ein weiteres rädchen, das die eliten für die ausbeutung der welt nutzen können. warum wohl gab es zuletzt so viele umstürze in nordafrika mit gleichzeitigen verschuldungen in südeuropa? hier wird schon was ganz großes weltbewegendes gestartet, das unsere vorstellungen noch gar nicht greifen können.

  • Die größte Krise der Neuzeit, die die Große Depression in den 30-ern bei weitem in den Schatten stellen wird, von der wir gerade mal 5% sehen, ausgelöst durch Leben auf Pump, hatte man vor 4 J. mit 32,5 Bio. $ neuer Schulden zu lösen versucht. Doch sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg. Die Weltverschuldung hat sich in 4 J. von 64 Bio. auf über 96 Bio.$ um 50% erhöht. Und die Banken sind immer noch so pleite wie anno 2007. Weltweit sitzen sie immer noch auf ca. 600 Bio. $ absolut wertloser Papierschnipsel, aus den Bilanzen in Schattenbanken ausgelagert, um sie vor dem Kollaps zu bewahren. Jetzt sind fast alle westl. Ind.staaten pleite, stehen vor wegbrechenden Steuereinnahmen und explodierenden Ausgaben für Zinsen und Soziales. Dabei sind die Probleme in den USA und im UK um einiges größer, als in der €-zone. Die haben 95% ihrer Realwirtschaft in Billiglohnländer ausgelagert und wollten ihren Wohlstand, ohne zu arbeiten, von der Finanzbetrugsmafia finanzieren lassen.

    Diese Krise kann man nicht mit ein paar Reförmchen hier und da lösen. Da muss mehr geändert werden. Ein Reset im Finanzsystem und ein Trennbankensystem wäre die Grundlage für eine wirtschaftliche Genesung der Weltwirtschaft. Und in Europa die Einführung von Landeswährungen.
    Die Krönung wäre noch ein zinsfreies Kreditsystem, das Wohlstand bis in den hintersten Winkel dieses Planeten bringen würde. Doch die Verursacher der Krise, die Berater der Regierungen und Parteispender, die an der Krise erst so richtig profitieren, die wollen dies natürlich nicht.

    All diese Warnungen von Frau Lagarde, der (überflüssigen) Brüsseler Theoretiker und Jim Yong Kim zielen in Richtung des BVG, damit die Sparguthaben der Deutschen das verlorene Spiel ein paar Monate verschiebt.
    Das wäre ganz sicher keine Lösung, sondern eine Fortsetzung von Vertragsbrüchen und Verhinderung von dringend erforderlichen Reformen der PIIG(F)S, die mit oder ohne € erforderlich sind

  • Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka,

    wir bessern uns und werden künftig Milliarden-Investitionen bar aus der Portokasse bezahlen.

  • Der Schuß ging natürlich in Richtung Bundesverfassungsgericht. Der von Obama auf seinen Posten gebrachte Jim Kong Wu ist natürlich US-Amerikaner und vertritt US-amerikanische Interessen und ist kein "Cinese" wie ein Vorkommentator vermutete, sondern koreanischer Abstammung.
    Zudem ist er Mediziner und kein Währungsfachmann oder dergleichen.
    Druck auf das Bundesverfassungsgericht ist abzulehnen, gleich von welcher Seite erkommt.

  • Wer Volkseinkommen permanent von konsumstarker Verwendung (untere Einkommenschichten) zu konsumschwacher Verwendung (obere Einkommensschichten) umverteilt (durch Fiskalpolitik, "Sozialpolitik", Lohndumping) macht die Rezession doch selbst.

    Und im Übrigen haben wir die weltweite Rezession schon längst, teilweise übertüncht nur durch ungehemmtes Schuldenwachstum auf Seiten öffentlicher Haushalte. Um ein realistisches Bild darüber zu erhalten, was mit den Volkswirtschaften in Wahrheit los ist, müsste man alle durch Schulden finanzierten Ausgaben samt der von ihnen induzierten Wirkungen aus den BIPs heraus rechnen, denn auf Kosten von Schulden kann man schließlich jedes beliebige BIP realisieren - solange man Schulden machen kann.

    Wie hätte es in den letzten Jahren in den USA und in Europa ausgesehen, wenn auf Schuldenmachen die Todesstrafe stehen würde?

    Es ist alles nur fauler Zauber, was uns von "Experten" in präzisen Zahlen präsentiert wird, die Wirklichkeit ist endlos härter.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

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