Euro-Krisenfonds
Griechenland erhält weitere Milliarde aus Hilfspaket

Die Euro-Finanzminister haben die ausstehende Kreditzahlung an Griechenland freigegeben. Athen habe die Bedingungen erfüllt, sagt Eurogruppen-Chef Dijsselbloem. Dennoch stand die Freigabe lange auf der Kippe.
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BrüsselGriechenland hat sich nach monatelangem Gerangel von seinen internationalen Gläubigern weitere Finanzhilfen über eine Milliarde Euro gesichert. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem kündigte am Dienstag an, die Euro-Zone werde dem hoch verschuldeten Land noch in dieser Wochen das Geld überweisen. Die Kredittranche musste von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU und Europäischer Zentralbank (EZB) freigegeben werden. Griechenland wird mit Hilfszusagen über insgesamt 240 Milliarden Euro gestützt.

Die Regierung in Athen habe die Voraussetzungen für die Auszahlung der Tranche erfüllt, sagte der niederländische Finanzminister Dijsselbloem in Brüssel. Dazu gehörten die Modernisierung des öffentlichen Dienstes, Reformen im Justizsystem und Schritte zur Privatisierung zweier Wasser-Versorger. In den vergangenen Wochen hatten sich Vertreter der Troika immer wieder frustriert über die zähen Verhandlungen mit Griechenland geäußert. So hatte Dijsselbloem Ende November gewarnt, die Euro-Zone verliere langsam die Geduld. Die griechische Regierung stritt monatelang mit der Troika darüber, wie eine Lücke im Haushalt geschlossen werden soll.

Allerdings konnte Griechenland zuletzt einige Erfolge im Kampf gegen die Krise verbuchen. So zollte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Land jüngst „sehr große Hochachtung“, weil es in diesem Jahr einen Haushaltsüberschuss erzielt, sofern man die Zinszahlungen herausrechnet.

Die griechische Notenbank warnte jedoch am Dienstag, dass die Erfolge durch die drohende Spaltung der Bevölkerung in Gefahr seien. "Ein erhebliches Problem entsteht durch das politische Klima, das Grundzüge von Polarisierung und Konfrontation zeigt in einer Zeit, in der das Gegenteil erforderlich ist", erklärten die Athener Währungshüter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krisenfonds: Griechenland erhält weitere Milliarde aus Hilfspaket"

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  • Ein griechischer Politiker fährt mit einem nicht versicherten Fahrzeug (Geländewagen selbstverständlich) und gefälschten Kennzeichen (Auto dazu noch abgemeldet) über ein Stoppschild ohne anzuhalten. Was will uns diese kleine Geschichte sagen? In diesem Land macht vom kleinen Bürger bis zum größten Politiker jeder was er will. Aus diesem Grund würde ich zu dem Ergebnis kommen, dass dieses Land in einer europäischen Union nichts zu suchen hat. Schon die Aufnahme Griechenlands in die europäische Union war ein Fehler. Denn seit seiner Aufnahme zählt Griechenland zu den Ländern, die aus dem Topf des zur Verfügung stehenden Geldes nur herausholt. Es wird Zeit, dass die Bürger der restlichen Länder bei der anstehenden Europawahl im kommenden Jahr ihre Wahlentscheidung sehr gründlich überdenken.

  • Angaben von Politikern aus Griechenland glaube ich erst mal nicht. Ein paar Stichproben und Vermögen die nicht deklariert waren, werden zugunsten des Staatshaushalts konfiziert. Ist die Fehlerquote zu hoch, werden alle Angaben überprüft.
    Zusätzlich werden die betroffenen Politiker wegen Falschaussage angeklagt!

  • @ Berlinjoey

    Pssst, das darf man hier nicht schreiben, das ist politisch unkorrekt und wird zensiert! Schließlich sind die Griechen die Wiege der Demokratie, ihr Verbleiben im Euroraum alternativlos und ohnehin sind sie auf einem guten Weg *sarkastisch lach*

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