Euro-Raum
Banque-de-France-Chef warnt vor Abbau der Währungsreserven

Der Gouverneur der französischen Notenbank, Christian Noyer, rät mit Blick auf die Währungsreserven des Euro-Raums zur Vorsicht. Zu Beginn der Währungsunion habe man vielleicht noch darüber diskutieren können, ob die vorhandenen Währungsreserven notwendig seien, inzwischen habe sich die Welt aber verändert.

PARIS. "Verglichen mit den Reserven Japans, Chinas und bestimmter Schwellenländer nehmen sich die 320 Mrd. Euro, die wir gemeinsam halten, eher bescheiden aus", sagte Noyer dem Handelsblatt (Montagsausgabe)Es könnte der Fall eintreten, dass die nationalen Notenbanken der EZB mehr als die bereits zugesagten 50 Mrd. Euro an Reserven nachschießen müssten.

Noyer empfiehlt den Regierungen und Notenbanken der Euro-Länder, sich an dem französischen Verfahren zur Handhabung der Gewinne aus Goldverkäufen zu orientieren. In Frankreich regelt ein Vertrag zwischen der Banque de France und dem Finanzministerium, dass die realisierten Gewinne aus Goldverkäufen in der Bilanz der Zentralbank bleiben müssen, um Währungsverluste auszugleichen. "Um den Vertrag zu ändern, braucht man gleichzeitig die Unterschrift des Finanzministers und des Gouverneurs", erklärte Noyer. Das macht Änderungen schwierig.

Bundesbankpräsident Axel Weber hatte vorige Woche mitgeteilt, dass die Bundesbank ihre Währungsreserven nicht reduzieren, sondern allenfalls Gold in Devisen umschichten werde. Er will aber nur Gold verkaufen, wenn die Bundesbank eine starke Absicherung erhält. So will sie die realisierten Gewinne thesaurieren können und dabei nicht auf Ertragserzielung festgelegt werden.

Eine Bestätigung, dass die Märkte richtig liegen, wenn sie bis zum Jahresende drei weitere Anhebungen des Euro-Leitzinses um 25 Basispunkte erwarten, ließ sich das französische EZB-Ratsmitglied nicht entlocken. "Die Märkte orientieren sich an unserem Hauptszenario für die wirtschaftliche Entwicklung - dass mit fortschreitender Erholung die Risiken für die Preisstabilität allmählich weiter zunehmen", erläuterte Noyer. "Aber im Voraus zu sagen, ob das Szenario auch eintritt, ist schwierig. Es ist möglich, aber um sicher zu sein, ist es einfach zu früh."

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