Euro-Raum großes Risiko: IWF stützt Barroso-Vorstoß zu Rettungsschirm

Euro-Raum großes Risiko
IWF stützt Barroso-Vorstoß zu Rettungsschirm

Der IWF hat seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft sowie für Deutschland angehoben. Die Schuldenprobleme im Euro-Raum betrachtet der Fonds aber als großes Risikofeld.
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Johannesburg/BerlinWeltweit rechnet der IWF für 2011 nunmehr mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 4,4 Prozent in diesem und 4,5 Prozent im nächsten Jahr, wie am Dienstag in Johannesburg mitgeteilt wurde. Damit hob er seine Schätzung für 2011 um 0,2 Prozentpunkte an. Für das kommende Jahr nahm er keine Veränderung vor.

Die Wirtschaft in Deutschland dürfte dem Fonds zufolge im laufenden Jahr um 2,2 Prozent zulegen und im Jahr darauf um zwei Prozent. Auch für Deutschland erhöhte der IWF seine Schätzung für 2011 um 0,2 Prozentpunkte und hielt die für 2012 stabil. Damit ist der Fonds aber in der Nähe der Schätzungen der deutschen Regierung. Die erwartet 2011 einen Zuwachs von 2,3 Prozent und 2012 einen von 1,8 Prozent.

Es ist vor allem ein Paket von Steuersenkungen in den USA, dass dem Fonds für 2011 mehr Zuversicht gibt. Insgesamt bleibe es aber bei einem Aufschwung der zwei Geschwindigkeiten in der Welt, schreibt der IWF in der Aktualisierung seines Ausblicks auf die Weltwirtschaft. Die Dynamik der Expansion habe etwas weniger nachgelassen als erwartet, doch bleibe sie weiter relativ gedämpft und die Arbeitslosigkeit hoch. Die Schuldenprobleme in der Euro-Zone geben demnach zur Sorge Anlass und in etlichen Schwellenländer wird zunehmender Inflationsdruck deutlich. Viele Entwicklungsländer wüchsen aber kräftig.

Als dringendste Notwendigkeit zur Wachstumssicherung betrachtet der Fonds schnelle und umfassende Maßnahmen, um die Finanzprobleme in der Euro-Zone zu lösen. Dazu gehöre die Ausweitung der effektiv für Hilfen an Problemländer zur Verfügung stehenden Mittel des Euro-Stabilitätsfonds EFSF. Auch bedürfe es weiterer, rigoroser Tests der Stress-Beständigkeit der europäischen Banken. Die Europäische Zentralbank sollte weiter den Banken, die das benötigen, Liquidität zur Verfügung stellen und ihr Anleihe-Kaufprogramm aufrechterhalten.

Die USA sieht der Fonds in diesem Jahr um drei Prozent wachsen - 0,7 Prozentpunkte mehr als in der bisherigen Schätzung - und 2012 um 2,7 Prozent - das sind 0,3 Prozent weniger als in der geltenden Prognose. Für die Euro-Zone sagte der Fonds ein Wachstum von 1,5 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im nächsten Jahr voraus. Damit weicht er für 2012 von seiner bisherigen Prognose um 0,1 Prozentpunkte nach unten ab. Für China rechnet er unverändert mit einem Plus von 9,6 Prozent in diesem und 9,5 Prozent im nächsten Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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