Euro reagiert
US-Außenhandelsdefizit weiter angestiegen

Das Außenhandelsdefizit der USA hat sich im Mai ausgeweitet - allerdings weniger stark als erwartet. Der Fehlbetrag stieg laut US-Handelsministerium auf 63,84 Milliarden Dollar. Die Währungen reagierten prompt auf die Zahlen.

HB WASHINGTON. Experten hatten mit einem Anstieg auf 64,90 Milliarden Dollar von revidiert 63,34 Milliarden Dollar im April gerechnet. Die Importe stiegen um 1,8 Prozent auf 182,5 Milliarden Dollar. Die Exporte kletterten um 2,4 Prozent auf 118,66 Milliarden Dollar.

Der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit betrachtet. Zur Finanzierung des Fehlbetrags benötigen die USA massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

Der Dollar wurde nun von den positiver ausgefallenen Zahlen gestützt. Der Kurs des Euro fiel nach Veröffentlichung binnen weniger Sekunden unter 1,27 Dollar nachdem er zuvor um 1,2730 Dollar gependelt hatte. Später erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder etwas und kostete am Nachmittag 1,2715 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2722 festgelegt.

Devisenstratege Niels Fromm von Dresdner Kleinwort sagte, die frischen Defizitdaten hätten kaum Auswirkungen auf die Währungen. Der Fokus des Marktes liege auf den Entwicklung der Leitzinsen. „Die Anleger warten auf die Rede von (Ben) Bernanke in der kommenden Woche.“ Der Chef der US-Notenbank (Fed) spricht dann vor dem Senat. Investoren erhoffen sich dann neue Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Fed.

Devisenexperte Karl Broecker von der Landesbank Baden-Württemberg traut dem Euro in den kommenden Tagen ungeachtet der Handelsbilanzdaten leichte Gewinne zu. „Das hatte heute keine fundamentalen Auswirkungen. Es sind spekulative Positionen, die derzeit abgegeben werden. Knapp unter 1,27 Dollar besteht aber wieder großes Kaufinteresse.“ Zweifel an der Finanzierbarkeit der enormen Defizite der USA bei der Leistungsbilanz, in die die Handelsbilanz einfließt, und beim Haushalt haben den Dollar in den vergangenen Jahren immer wieder kräftig unter Druck gesetzt.

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