Euro-Rettung
Irland könnte Rettungsschirm bald verlassen

Bis 2014 will Irland sein Haushaltsdefizit auf 4,8 Prozent senken, um so einen Puffer im Fall von Turbulenzen zu haben. Der EU-Währungskommissar räumt Irland gute Chancen ein, als erstes den Rettungsschirm zu verlassen.
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DublinIrland will im kommenden Jahr sein Haushaltsdefizit auf 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung senken. Dann hätte das Land einen Puffer im Fall von internationalen Turbulenzen, sagte Finanzminister Michael Noonan am Samstag. Irland war im November 2010 als zweiter Euro-Staat nach Griechenland mit Hilfen von 85 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden. Im Rahmen der Rettungshilfen war für das kommende Jahr, wenn die Finanzhilfen ausgelaufen sind, ein Defizit von maximal 5,1 Prozent vereinbart worden. Im laufenden Jahr wird das Defizit laut Noonan wohl bei 7,3 Prozent liegen.

Zugleich stellte Noonan in Aussicht, dass Irland beim Ausstieg auf die Aufnahme einer zusätzlichen, vorsorglichen Kreditlinie in Höhe von zehn Milliarden Euro verzichten könnte. In diesem Fall würde der Inselstaat aber auch keinen Zugriff auf das OMT-Anleihe-Kaufprogramm der EZB erhalten. „Unsere Barreserven geben uns den Rückhalt, den wir benötigen“, sagte Noonan. Erst am Freitag hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn Irland, das als erstes den Rettungsschirm verlässt, „sehr gute Chancen“ eingeräumt, auch ohne Sicherheitsnetz erfolgreich sein zu können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Irland "verläßt" den Rettungsschirm ... während dort alle Rechnungen offen sind.


  • Die Preisbildung für irische Staatsanleihen erfolgt auf einem von der EZB durchsubventionierten Scheinmarkt.

    Ziel dieser Marktkulisse ist es, reale Investoren zu täuschen und anzulocken.
    Um die ausufernde EZB-Staatsfinanzierung zu bemänteln, geht Draghi verschiedene Wege.

    So inszeniert die EZB einen Scheinmarkt für Staatsanleihen. Dort werden nicht marktfähige Anleihen im 1. Schritt pro forma von Banken gekauft. Nach kurzer Schamfrist werden die faulen Papiere dann bei der EZB abgeladen ("Sekundärmarktfiktion").

    Ein weiterer EZB-Scheinmarkt sind Auktionen kurzlaufender Schuldtitel, bei denen die EZB die Bieterseite mit Billigstkredit aufmunitioniert. Die abgekarteten "Auktionserfolge" sollen Bürger der Zahlstaaten bei Laune halten + reale Bieter ködern:

    Ein Hütchenspielermarkt.

    Schutzgelderpresser wie Italien bauen die EZB konsequent zum Selbstbedienungsladen um.

  • 'Bondboard' schwurbelt
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    Kursanstieg ( als rechnerisches Gegenstück des heruntersubventionerten Zinssatzes):
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    Selten so gelacht.

    Die Irish Stock Exchange ist eine Börse. Da "subventioniert" niemand - die Kurse der Anleihen ergeben sich aus Angebot und Nachfrage.

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    'Bondboard' schwurbelt
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    Genau das ist ja auch der Sinn des Scheinmarktes, auf dem die EZB Staatsfinanzierung im dreistelligen Milliardenmaßstab betreibt:
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    Selten so einen Unsinn gehört.

    Die EZB hat schon seit zwei Jahren keine einzige irische Staatsanleihe mehr gekauft, und schon gar nicht "im dreistelligen Milliardenmaßstab".

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    'Bondboard' schwurbelt
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    Die (real) fehlinvestierten Bankengläubiger laden die Ausfallrisiken ihrer faulen Kredite beim Steuerzahler und der EZB ab.
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    Schnee von gestern.

    Seit zwei Jahren maturieren die von der EZB im Rahmen des SMP erworbenen Anleihen - der Gesamtbestand (Griechenland + Portugal + Irland + Italien) ist seit Februar 2012 von 219,5 Milliarden auf 188 Milliarden gesunken.

    Die EZB streicht Zinsen und Rückzahlungen ein.

    Die letzte Tranche des irischen Programms wird spätestens am 8. Dezember ausgezahlt werden - maximal 2,3 Mrd.

    Ab 2014 werden nur noch Zinsen und Tilgungen vereinnahmt.

    +++

    'Bondboard' schwurbelt
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    Garniert wird dies mit Erhohlungsmärchen wie im Fall Irland. Schließlich müssen die Zahlbürger bei Laune gehalten werden ..
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    Ja - das Erhohlungsmärchen:

    Irlands Leistungsbilanz in %BSP letzte 12 Monate bis

    Mär 2011 : +0,6%
    Jun 2011 : +0,9%
    Sep 2011 : +1,0%
    Dez 2011 : +1,1%
    Mär 2012 : +1,7%
    Jun 2012 : +3,4%
    Sep 2012 : +4,4%
    Dez 2012 : +5,0%
    Mär 2013 : +6,4%

    (Quelle: eurostat und eigene Berechnungen basierend auf Zahlen von eurostat)

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