Euro-Stärke
Exportwirtschaft nimmt schrumpfende Gewinne in Kauf

Der starke Kursanstieg des Euro bringt die Exportwirtschaft der Euro-Zone nach Einschätzung der EU-Kommission bisher nicht in ernsthafte Bedrängnis. Ganz spurlos geht die Entwicklung an den Firmen allerdings auch nicht vorüber.

HB BRÜSSEL.„Nach den Handelsdaten, die wir bisher gesehen haben, war es kein harter Schlag für die europäischen Exporte“, sagte Gert-Jan Koopmann von der Generaldirektion Industrie und Unternehmen in Brüssel. Die Firmen nähmen schrumpfende Gewinne in Kauf, um den Preisnachteil des teuren Euro auszugleichen. Auch seien für hochqualitative Güter höhere Preise im Dollarraum wohl durchsetzbar.

Der Euro hatte am Freitag ein neues Rekordhoch von 1,4528 Dollar erreicht. Obwohl die Gemeinschaftswährung von inzwischen 13 der 27 EU-Länder schon seit fünf Jahren zum Dollar im Aufwärtstrend liegt, konnten die europäischen Unternehmen nach einem Bericht der Kommission ihre Weltmarktposition besser behaupten als die Konkurrenz in den USA und Japan. Die EU-Länder hätten ihren Marktanteil von 23 Prozent am Weltexportvolumen verteidigt.

Erstmals seit langer Zeit legte die Produktivität in der EU - also das Wachstum je Beschäftigtem - im vergangenen Jahr etwas stärker zu als in den USA. Die Arbeitsproduktivität erhöhte sich nach Daten der Kommission um 1,5 Prozent in der EU gegenüber 1,4 Prozent in den USA. In den vorangegangenen fünf Jahren hatten die Amerikaner mit durchschnittlich 2,1 Prozent Zuwachs die Nase vorn, verglichen mit nur 1,2 Prozent in der EU. Damit habe Europa aufgeholt, was nicht nur an der zuletzt stärkeren Konjunktur liege.

Als Schlüssel zu mehr Produktivität betrachtet die Kommission vor allem Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien, mehr Wettbewerb und Reformen. Nach Berechnung ihrer Experten könnte das Bruttoinlandsprodukt in der EU um 2,2 Prozent steigen und 2,75 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, wenn bestehende Handelshemmnisse im Binnenmarkt abgebaut würden.

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