Euro unter Druck
US-Konjunkturdaten treiben den Dollar

Mit Erleichterung aufgenommene US-Konjunkturdaten haben dem Dollar am Donnerstag Auftrieb gegeben. Zudem wurde der Euro, der am Nachmittag 1,2213 Dollar kostete, von dem sich abzeichnenden Patt der beiden großen politischen Lager bei der Bundestagswahl unter Druck gesetzt.

HB FRANKFURT/M. „Einige Anleger hatten offenbar deutlich schlechtere US-Daten befürchtet und sich heute morgen entsprechend positioniert“, sagte ein Händler. Da sich diese Erwartungen jedoch nicht erfüllt hätten, sei der Euro nun wieder unter Druck geraten.

Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche auf 350 000 von 319 000 in der Vorwoche. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 350 000 gerechnet. Allerdings war die Schwankungsbreite der Schätzungen mit 320 000 bis 800 000 enorm hoch, da sich der Einfluss des Wirbelsturms „Katrina“, der Ende August die US-Golfkiste verwüstet hatte, Experten zufolge nur schwer abschätzen ließ. Der Anstieg der Verbraucherpreise blieb im August mit 0,5 Prozent zum Vormonat hinter der Analystenprognose von 0,6 Prozent zurück.

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte ein Händler: „Da die Mehrheitsverhältnisse nun nicht mehr so klar sind wie vor einigen Wochen, fragen sich die Leute, ob sich das Reformtempo erhöhen oder verringern wird.“ Umfragen zufolge liegen CDU/CSU und FDP auf der einen und SPD, Grüne und Linkspartei auf der anderen Seite praktisch gleichauf. In den vergangenen Monaten hatten viele Anleger auf eine Regierung aus Union und FDP spekuliert. Sie versprachen sich hiervon ein beschleunigtes Reformtempo zur Ankurbelung der Konjunktur.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2225 (Mittwoch 1,2281) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2223 (1,2314) Dollar. Zum Schweizer Franken hat der Dollar am Donnerstag ebenfalls zugelegt. Die US-Währung kostete am Vormittag 1,2671 Franken.

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