Euro-Zone
Industrie legt unerwartet stark zu

Die Industrieproduktion im Euroraum hat sich im August aufgrund der hohen Nachfrage nach Investitionsgütern besser entwickelt als erwartet. Die Industrieproduktion (ohne Baugewerbe) legte im August um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zu.
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HB BRÜSSEL. Die Industrie in der Euro-Zone hat ihre Produktion im August überraschend stark nach oben gefahren und damit Konjunkturhoffnungen für das Sommerquartal geschürt. Die Firmen steigerten ihren Ausstoß um ein Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten lediglich mit plus 0,7 bis 0,8 Prozent gerechnet. Zugleich wurden die Daten für Juli nach oben revidiert. „Das bedeutet, dass das Wachstum im dritten Quartal in der Euro-Zone in Ordnung sein wird“, sagte Citigroup-Experte Jürgen Michels.

Die Europäische Kommission rechnet im dritten Quartal mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, das sich zum Jahresschluss auf 0,3 Prozent weiter abschwächen dürfte. Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung in den 16 Euro-Staaten noch um ein Prozent gestiegen. Die Industrie macht zwar weniger als 17 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Währungszone aus. Dennoch ist sie ein guter Indikator für das Wachstum, weil sie auch Auswirkungen auf andere Sektoren wie die Dienstleister hat.

Auf Jahressicht erhöhte sich die industrielle Erzeugung in der Eurozone um 7,9 Prozent, nach einem Produktionsplus von revidiert 7,2 Prozent (plus 7,1 Prozent) im Juli. Ökonomen hatten lediglich eine um 7,5 Prozent höhere Fertigung prognostiziert. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich in allen Euro-Ländern, für die Daten vorliegen, außer in Griechenland.

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  • Diese Zahlen sind ja fantastisch und trotzdem reibe ich mir zweifelnd die Augen.

    Tatsache ist, dass der Euro zum Dollar seit Monaten wieder steigt. Und der Dollar verliert zum Euro an Wert, weil die USA ununterbrochen schlechte Nachrichten exportieren.

    Es scheint ja momentan so zu sein, dass in dem magischen Dreieck USA-Europa-China ein Währungssystem immer den schwarzen Peter (schlechte Nachrichten) vom anderen bekommt.

    - Mit Griechenland und den anderen PiCS haben wir den Euro für längere Zeit gedrückt. Und wir werden sehr bald wieder schlechte Nachrichten aus Griechenland bekommen.

    - Mit ihren schlechten beschäftigungslosenzahlen drücken die USA ununterbrochen den Dollar. Und wir werden für die beschäftigungszahlen aus den USA noch viele schlechte Zahlen bekommen.

    - Um die immobilienfinanzierungen in China ist es noch ruhig. Ein weiteres Problem: Was wäre, wenn China US-Anleihen am Markt verkaufen müsste? Der Markt könne größere Volumen an US-Dollar nicht aufnehmen. Oder will die US-Notenbank diese Anleihen zurückkaufen?

    Solange

    -die USA ihre beschäftigungszahlen nicht auf solider basis verbessern können,

    - wenn in Griechenland und irland der Schuldenabbau ohne Wachstum aus der Substanz bezahlt wird,

    - wenn die Chinesen sich offensichtlich mit ihren riskanten Dollarreserven verspekuliert haben und auf eine immobilienblase zusteuern,

    dann brauchen wir uns ohne die Lösung dieser Probleme nicht mit unserem Wachstum auf die Schultern klopfen. Diesem Wachstum fehlt das Fundament um es dauerhaft zu sichern.

    Eine Hyperinflation kommt über Nacht und sie klopft nicht vorher freundlich an die Tür. Man kann allerdings von Schäuble und Co. auch nicht erwarten, dass sie ohne gesicherte Zahlen schlechte Nachrichten verbreiten.

    Natürlich kann sich Schäuble nicht in reiner Spekulation verlieren und vorhersagen, dass der Dollar wahrscheinlich rapide fallen wird. Viel sagen muss man aber als Politiker auch nicht. China kauft Gold.

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