Euro-Zone
Industrie und Dienstleister schwächeln

Der starke Euro und die Finanzmarktkrise setzen der Industrie und den Dienstleistern in der Euro-Zone immer stärker zu. Der Servicebereich stagniert. Auch der Industrie geht allmählich die Puste aus.

HB BERLIN. Der Servicebereich stagnierte im Mai mit 50,6 Zählern fast, wie aus dem am Freitag vorgelegten RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex hervorgeht. Volkswirte hatten nur mit einer leichten Abkühlung auf 51,7 Punkte gerechnet.

Die Industrie blieb im Mai ebenfalls nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Wie aus den Umfragedaten des britischen Forschungsinstituts weiter hervorgeht, hat die deutsche Dienstleistungsbranche ebenfalls überraschend deutlich Federn lassen müssen. Das Barometer fiel auf 53,7 von 54,9 Zähler, signalisiert damit aber noch klar Wachstum.

„Die schlechten Daten für den Dienstleistungsbereich in der Euro-Zone überraschen nicht. Schließlich haben wir mit Spanien und anderen Staaten Länder, die derzeit eine Krise am Immobilienmarkt durchleben“, sagte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud. Der Service-Sektor liegt bei den Orders zwar noch im Wachstumsbereich, doch kommt er der Schrumpfungszone bedrohlich nahe. Die Industrie leidet bereits den zweiten Monat in Folge unter rückläufigen Aufträgen. Insbesondere die Bestellungen aus dem Ausland gingen weiter zurück.

Die deutsche Industrie konnte sich zwar besser behaupten. Die Daten lassen jedoch auf schlechtere Aussichten für die kommenden Monate schließen. So schwächte sich das Wachstum beim Auftragseingang ab. „Die Unternehmen weiten ihre Produktion aber immer noch aus in der Hoffnung, dass sich die Dinge in der nächsten Zeit wenden“, sagte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson. „So, wie sich die Bücher entwickeln, klappt das aber nicht, und wir werden in den kommenden Monaten einen Rückgang bei der Produktion sehen.“

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 1,5 Prozent rund doppelt so stark wie in der Euro-Zone gewachsen. Für das Frühjahr wird jedoch mit einer Abkühlung gerechnet. „Der Euro wird mittel- bis langfristig seinen Tribut fordern, weil die deutschen Unternehmen einen großen Teil ihrer Waren in die Euro-Zone exportieren. Es ist unwahrscheinlich, dass die Entwicklung hier dauerhaft auseinanderlaufen kann“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank.

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