Eurokrise

Italiens Kreditwürdigkeit ist in Gefahr

Eine neue Studie zeigt die strukturellen Probleme Italiens. Seit Jahren konsumiert das Land zu viel. Ähnlich geht es aber nicht nur Griechenland und Portugal - sondern auch Frankreich.
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Ein Zwei Euro Stück zwischen Nudeln. Quelle: dpa

Ein Zwei Euro Stück zwischen Nudeln.

(Foto: dpa)

Italiens Wirtschaft hat erhebliche strukturelle Probleme, das belegt der Handelsblatt-CEP-Default Index. Der vom Freiburger Centrum für Europäische Politik (CEP) errechnete Index bildet die gesamtwirtschaftliche Finanzlage der Euro-Länder ab. Italiens Lage ist demnach bedrohlich - bedrohlicher sogar als die Spaniens. Italien leihe sich schon seit zwei Jahren mehr Kapital im Ausland, als es für Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten ausgebe, warnt Lüder Gerken, Vorstandschef des Freiburger Centrums für Europäische Politik (CEP).

Das war genau der Weg, der Griechenland und Portugal an den Rand der Staatspleite geführt hat. „Wenn sich in Italien nicht schnell etwas tut, gleitet das Land bereits 2011 in die Risikokategorie ab, in der sich Griechenland und Portugal befinden“, warnt Volkswirt Gerken.

Der Handelsblatt-CEP-Default-Index wird vom CEP errechnet wird, einem stiftungsfinanzierten Think Tank, der die Auswirkungen europäischer Politik erforscht. Der Index, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, bezieht nicht nur die Solidität der Staatsfinanzen, sondern auch die der Privatwirtschaft ein.

Italien steht schlechter da als Spanien
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12 Kommentare zu "Eurokrise: Strukturelle Probleme gefährden Italiens Kreditwürdigkeit"

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  • Petition gegen den ESM

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D18123

  • klingt gut, aber dann wäre die EZB pleite, die ja hautsächlich der Käufer war.. und nicht nur das Eigenkapital wäre weg, sondern ein vielfaches davon. Die haben 23mal ihr Eigenkapital investiert in..

  • .....Torten auf`n Tisch. Jetzt wird gefeiert. Endlich Italien. Hab ich mir so gewünscht. Es muß doch endlich mal was passieren. Aber es tut sich nix. Morgen, ja morgen gehen die Kurse wieder Richtung 8000 beim Dax und beim Dow 13 000.
    Italien ist zu wenig, da muß noch was zukommen. Und in Amerika wird man bei kurz vor Schluß bei Schnapps und Bier alle Probleme vom Tisch kehren. In beiden Fällen wird einfach die Notenpresse angestellt. Das ist doch eine tolle Idee nicht wahr? Also Leute backt Torten und laßt Euch vom Feiern nicht abbringen. Es ist alles halb so schlimm. Morgen ist alles vergessen. Die Kurse befinden sich schon auf der Abschußrampe.

  • stimme voll und ganz zu. Es ist schön merkwürdig, gegen einen Bahnhof demonstrieren 100.000 ( und mehr) aber eine Petition unterschreiben können sie nicht ( oder wollen nicht oder haben ganz einfach Schi..).Aber noch erbärmlicher finde ich, das die ganze MSM kein Wort über diese Petition verliert, obwohl wir ( angeblich) in einer Demokratie leben.

  • Stoppt die Ausplünderung der Steuerzahler!

    Keine Geldgeschenke mehr an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien!!!

    Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!!!!!




    Bitte zeichnen Sie die Petition "18123" gegen den neuen "Europäischen Stabilitätsmechanismus". Falls ESM beschlossen wird, werden regelmässig Milliarden an deutschen Steuergeldern
    nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien überwiesen!!!


    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

    Wir brauchen 50.000 Mitzeichner bis zum 02.08.2011

    Bitte Petition "18123" zeichen und bekannt machen!!!

  • @ Anonymer Benutzer: Werner
    Verzeihung, wenn die Frage jetzt sehr kritisch klingt...aber was haben SIE heute schon gegen diese Zustände unternommen ?

    Ich bin total Ihrer Meinung, aber nur jammern bzw. immer nur zu sagen ".....so faul, träge... schlafen... Zahlmichel.... usw." hilft der fast schon verschwundenen Demokratie auch nicht !

    "Wir alle" brauchen eine Organisation, die die Massen aufklärt und für Gegenmaßnahmen sorgt !!! DAS ist das eigentliche Problem - denn niemand will sich diese Last aufbürden...

  • Und die Menschen schlafen weiter und lassen sich das alles gefallen.....
    Mein Güte - warum sind die meisten Menschen nur so naiv und träge ??????????

  • Und noch ein Vorschlag:
    Im Handelsblatt ist heute ein Artikel mit dem LBBW Vorstand, der einräumt, dass Banken sich im großen Stil unter Inkaufnahme erheblicher Verluste von ihren PIIGS-Anleihen trennen. Das bedeutet, dass schon erhebliche Verluste in den Bankbüchern realisiert wurden. Anderseits gibt es also Martteilnehmer, die mit erheblichen Abschlägen vom Kurswert gekauft haben (je nach Laufzeit zwischen 30% und 70%) Abschlag. Warum sollte man hier nicht per Gesetz regeln, dass solche Anleihen, die nach Ausbruch der Staatsschuldenkrise unter pari gekauft wurden, auch zu Kurswerten und nicht zu nominal bedient werden (meinetwegen noch zzgl eines geringen Margenaufschlags). Dadurch gäbe es mE keine Verwerfungen am Markt, denn die bisherigen Verkäufer haben schob Verluste realisiert, die Käufer würden trotzdem noch Gewinne machen und die Staaten könnten sich so faktisch entschulden.

  • Das Problem an der ganzen Staatsschuldenkrise ist, dass die Staaten sich Lösungsansätzen bisher nur aus dem Blickwinkel von betroffenen Marktteilnehmern genähert haben. Aber die Märkte spielen hier Szenarien durch, die völlig irreal sind, denn ein Marktverhalten, dass die Insolvenz der halben Eurozone unterstellt, führt de facto zu Chaos und damit zur Ausserkraftsetzung der Marktprinzipien. Die Marktübertreibungen führen -soweit sie nicht bekämpft werden- zur Krise und zum Zerfall von Staaten und damit auch zum Zerfall der Märkte, da Staaten deren Funktionieren durch die Rechtsordnug garantieren. Eine Marktdisziplinierung könnte dadurch erreicht werden, indem man Staaten bei Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts ein Rückkaufsrecht ihrer Anleihen zum aktuellen Kurswert einräumt. Dann würden zwar die Zinsen bei Ausgabe der Anleihen steigen, aber auch der Anreiz für die Märkte, Kurse in den Keller zu drücken. Investmentbanken, die vor den Staatsschulden warnen, aber im selben Zuge Anleihen dieser Staaten im Milliardenvolumen von verkaufsbereiten Anlegern aufkaufen, treiben hier ein durchsichtiges Spiel.

  • solange Politiker die Finanzwirtschaftlichen Belange von Staaten regeln kann man diesem Chaos nicht entkommen.
    Eine Alimentierung dieser Staaten ist langfrisitg gesehen der Untergang des Euros.
    Diesen Staaten, entsprechend einer Firmeninsolvenz einen Konkursverwalter zu unterstellen, allerdings keinem mit juristischem sondern einem mit ökonomischen Sachverstand.
    Dieser muß auch über die HH-politik des Landes bestimmen ,Durchsetzungsstark und transparent in seinen Handlungen sein (keine Weltbank, EZB oder sonstige defacto vom politischen Willen gesteuerte Institution). Es muß auch ein klares Austiegsszenarion geben. Damit würde man zumindest HH-Disziplin erreichen. Oder die entsprechendne Länder müssten die Eurozone verlassen auch dies würde zu HH-Disziplin führen.

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