Europäische Zentralbank
EZB lässt Zinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen für den Euroraum unverändert gelassen. Das teilte die Zentralbank nach der turnusgemäßen Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Damit bleibt der Leitzins in den Euroländern bei 4,25 Prozent.

HB FRANKFURT/M. Die Entscheidung der EZB fiel wie erwartet aus, gleichwohl mehren sich kritische Stimmen zu der Zinspolitik. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte die Entscheidung auf einer Pressekonferenz um 14.30 Uhr erläutern.

Der für den Euroraum zuständige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sagte der "Frankfurter Rundschau", die Zinserhöhung Anfang Juli auf 4,25 Prozent sei angesichts der sich abkühlenden Konjunktur ein Fehler gewesen. "Die EZB hat die Wachstumskräfte überschätzt und die Finanzkrise sowie den Ölpreisschock unterschätzt", zitierte die Zeitung Mayer. "Der Höhepunkt der Inflation ist überschritten. Von nun an geht es bergab." Mayer erwartet, dass die Inflationsrate schon im kommenden Jahr wieder dem EZB-Ziel von unter zwei Prozent entsprechen wird.

Im Kampf gegen die seit Monaten hohe Inflation hatte die Notenbank den Zins zuletzt Anfang Juli um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Ökonomen erwarten, dass die EZB das derzeitige Zinsniveau bis Ende dieses Jahres beibehalten wird. 2009 wird dann mit sinkenden Zinsen gerechnet, weil sich die Aussichten für das Wirtschaftswachstum eingetrübt haben. Niedrigere Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können somit Investitionen und den privaten Konsum anschieben.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte bei einer Pressekonferenz am Nachmittag die neuesten Vorhersagen der Notenbank für Wachstum und Inflation in den 15 Ländern mit der Euro-Gemeinschaftswährung bekanntgeben. Volkswirte rechnen damit, dass die Notenbank ihre Wachstumsprognose senken wird.

Im Juni hatte der EZB-Stab die Erwartung geäußert, dass die Wirtschaft im Euro-Raum in diesem Jahr um 1,8 Prozent wachsen wird. Für 2009 wurde 1,5 Prozent Wachstum erwartet. Für die jährliche Teuerungsrate wurde im Juni für 2008 im Mittel 3,4 Prozent erwartet, für 2009 dann 2,4 Prozent.

Auch die Bank of England beließ ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet bei 5,0 Prozent.

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