Europäische Zentralbank sieht Anzeichen für wirtschaftliche Erholung
EZB nährt Konjunkturoptimismus

Die Europäische Zentralbank (EZB) blickt optimistisch in die Zukunft. Mehrere Mitglieder des EZB-Rates äußerten sich am Donnerstag zuversichtlich zu den kojunkturellen Aussichten in der Euro-Zone und machten damit zugleich deutlich, dass sie an ihrer aktuellen Zinspolitik festhalten wollen.

HB FRANKFURT/M. Der scheidende EZB-Präsident Wim Duisenberg sagte, er sei sehr zuversichtlich über die Erholung. Mehrere Notenbankpräsidenten stimmten am Donnerstag ähnliche Töne an. Duisenberg leitete am Donnerstag seine letzte EZB-Ratssitzung. Er wird am 1. November an der EZB-Spitze von dem Franzosen Jean-Claude Trichet abgelöst.

Nach ersten Anzeichen einer konjunkturellen Erholung rechnen Analysten mit einer längeren Phase unveränderter Zinsen in der Euro-Zone. Eine weitere Zinssenkung können sich viele allerdings vorstellen, wenn der Euro-Kurs erneut stark steigen und den Aufschwung verhindern sollte. Die Gemeinschaftswährung hatte in den vergangenen Tagen wieder zugelegt und notierte mit bis zu 1,1840 Dollar am Donnerstag nur knapp einen US-Cent unter dem Ende Mai erreichten Rekordhoch. Zuletzt hatten jedoch EZB-Vertreter verdeutlicht, dass der stärkere Euro sie nicht beunruhigt und ihre Wachstumserwartung nicht verschlechtert hat.

Duisenberg sagte, die EZB mache sich keine Sorgen über eine Dollar-Schwäche, die mit dem hohen Defizit in Haushalt und Leistungsbilanz der USA einhergehen könne. Der Einfluss externer Faktoren auf den Außenhandel sei in der Euro-Zone geringer als früher auf die einzelnen Länder. „Der Euro ist heute wieder genau da, wo er war, als ich angefangen habe“, sagte Duisenberg am Rande des Abschiedsfestes, das die EZB ihm zu Ehren gab. Größte Errungenschaft seiner gut fünfjährigen Amtszeit ist nach Duisenbergs Worten, dass die Euro-Einführung gelungen sei und die Währung das Vertrauen von mehr als 300 Millionen Menschen in zwölf Ländern genieße. Die EZB müsse weiter Politiker und Bevölkerung überzeugen, dass Reformen notwendig sind. „Wenn wir höheres Wachstum wollen, müssen wir Strukturreformen machen.“

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